Reise 2017 Neuseeland 

Neuseeland / Nordinsel - Auckland

18. November 2017

Half Moon Bay - Waiheke

Erneuter Startversuch:

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Wir versuchen heute nochmals auszulaufen aus der Half Moon Bay, wo wir jetzt fast 1 Monat lang gelegen sind. 

Keine 10 Meilen sind es nach Waiheke, die die zweitgrösste  Insel im Hauraki Golf ist, nach Great Barrier Island.

Exzellente Weine sollen dort angebaut werden und an den feinkörnigen Sandstränden soll man herrliche Venusmuschel finden.

Das klingt ja schon mal sehr verlockend!

Also Daumen halten, dass der Motor bei unserem Vorhaben mitspielt!

Wir waren auch noch einmal in Auckland und haben eine kurze Video-Zusammenfassung von Auckland und Umgebung auf Youtube gestellt. 

Viel Spass!

13. November 2017

Half Moon Bay - Auckland

Startprobleme….

Tja - es läuft nicht immer so, wie man es plant, das ist ja allgemein bekannt. 

Statt auf die schöne Inselwelt zu segeln, hängen wir noch immer am Dock in der Half Moon Bay. Schön ist es hier ja auch, aber leider haben wir unseren Aufenthalt ja nicht zu unserem Vergnügen verlängert. 

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Als wir vor 10 Tagen hier ablegen wollten, hat leider unser Motor Probleme gemacht. Beim nagelneuen Starter, den Hannes erst in Great Barrier eingebaut hat und der keine 10 Mal im Einsatz war, ist das Gehäuse abgebrochen. 

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Das ist uns im Mai schon im Town Basin beim alten Starter passiert und man hat uns in der Annahme gelassen, es würde sich wohl um eine Materialermüdung handeln. Das Ding ist schließlich 24 Jahre lang im Einsatz gewesen

Es scheint nun aber, dass die Ursache des Problems ganz woanders zu suchen ist. Erich unser neuer Bekannter bietet sofort Hilfe an und auch Vaughn ist sofort zur Stelle und assistiert. Einer sitzt im Motorraum und zerlegt, der andere reicht Werkzeug zu und der dritte telefoniert und holt Preise ein...

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Jetzt 10 Tage später können wir unseren Motor wieder starten, er raucht nicht mehr wie verrückt und benimmt sich eigentlich ganz normal. Leider sind wir aber noch immer nicht ganz sicher, ob wir das Problem tatsächlich beheben konnten und so bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als den Volvo in nächster Zeit so richtig hart ran zu nehmen. Noch haben wir Zeit, um eine komplett neue Maschine zu ordern, die dann wahrscheinlich aus Australien importiert werden würde. 

Mal sehen, wie diese Story weitergeht….

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03. November 2017

Half Moon Bay - Auckland 

Busy, busy, busy ….

Beschäftigt, das waren wir die letzten 10 Tage wirklich. 

Gleich vorweg: wir haben auch das Internet und die Möglichkeit der unbegrenzten Stromverfügbarkeit genutzt und 2 neue Filme auf Youtube gestellt: 


Gleich neben dem Buckland Yachtclub halten die Fähren nach Auckland, Waiheke und andere Destinationen im Golf von Hauraki. Das ist sehr bequem und wir nehmen diesen Dienst ein paar Mal in Anspruch, um in die größte Stadt des Landes zu gelangen. 

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Direkt an der Hobson Wharf steht auch das schöne Ferry Building und hier beginnt auch die Queen Street. Die Königin der Strassen führt dann schnurgerade leicht bergauf und von ihrem Ende - oder Anfang? - hat man dann einen herrlichen Blick auf den Hafen, die Brücke und die umliegenden Insel.

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Wir schlendern an Vogue, Boss, Chanel etc vorbei, kehren mit 2 prall gefüllten Rucksäcken dem Nespresso-Shop den Rücken und verschnaufen zu Füssen von Queen Victoria im schönen Albert Park.  

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Hier ganz in der Nähe findet man auch die Universität (mit dem Glockenturm), das Government House und High Court. 

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Zum größten Museum des Landes, dem Te Papa Whakahiku sind es dann noch ca. 45 Min. zu Fuss. Wir kommen an der St. Pauls Kirche vorbei. 

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Auch architektonisch eine recht interessante Stadt, dieses Auckland. 

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Moderne verspiegelte Hochhäuser findet man hier Seite an Seite mit Bauten aus den vorigen Jahrhunderten. Einfamilienhäuser, Parkanlagen und riesige Wirtschaft- bzw. Wohnkomplexe  - alles kunterbunt gemischt. 

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Auch der Symonds Street Friedhof ist mitten in der Stadt zu finden. Er ist der älteste urbane Friedhof, errichtet 1842. Viele der ersten Kolonisten sind hier begraben. Unter ihnen auch William Hobson, der ersten Gouverneur von Neuseeland und Co-Autor des Vertrages von Waitangi.  

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Das Auckland Museum:

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1952 gegründet unter dem Namen „War Memorial Museum“ - als Gedenkstätte für die -zig tausenden neuseeländischen Menschen, die im ersten und zweiten Weltkrieg umkamen. 

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Man hat von hier einen sehr schönen Ausblick über den Waitemata Hafen und einige Teile der Innenstadt.

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Einer von den beiden Wintergärten - die Teile eines botanischen Gartens sind. 

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2003 wurde das Britomart Transport Centrum eröffnet.  Die Empfangshalle ist an der Queenstreet. Es ist der Bahnhof von Auckland und die Bahnanlagen sind unterirdisch errichtet. 

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Hier befindet sich wieder eine riesige Shoppingmal und zahlreiche Restaurants. 

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Wir hatten auch einige Freunde zu Besuch: Jeannie und Merv kamen aus Whangarei zum Brunch. 

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Sylvia und Vaughn von der Islado kannten wir nur vom Funk und lernten sie endlich persönlich kennen. Sie wohnen gleich um die Ecke. 

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Und last but not least Raewyn und Peter, die ebenfalls nur ein paar Minuten von hier ein Haus besitzen. Die beiden Kiwis waren mit ihrer Segelyacht im Schwarzen Meer unterwegs, als wir ihnen das erste Mal begegneten. Unsere Wege kreuzten sich dann noch an der Ostküste der USA und in Kuba und wir waren ziemlich überrascht die "Saliander“ hier im Yacht Club liegen zu sehen. 

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Wir haben nun auch unsere Vorräte wieder alle aufgefüllt und sind wieder reif für ein paar Inseln, viel Ruhe und Natur!

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Neuseeland / Nordinsel - Auckland

25. Oktober 2017

Half Moon Bay - Buckland Beach Yacht Club

Zurück in der Zivilisation

Es war dann schwieriger als erwartet in und um Auckland einen Liegeplatz zu bekommen. Alle Marinas sind komplett ausgebucht. Als wir beim Bucklands Yacht Club anrufen, war man besonders bemüht uns Seglern aus Österreicher zu helfen. 

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"Wir sind zwar auch total ausgebucht, aber irgendwas werden wir für Euch finden....", verspricht Lyle am Telefon. 

Die Einfahrt in die Half Moon Bay ist etwas tricky und für uns nur bei Hochwasser möglich. 

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Wir bekommen vorerst einen Platz an der Außenseite der Mole zugewiesen, der normalerweise nur für Arbeitsboote zur Verfügung steht. Warm und herzlich ist der Empfang im Yacht Club und wir fühlen uns gleich wohl. Mit der Fähre, die direkt visavis von Cayenne anlegt, ist man in einer halben Stunde am Ferry Building in Down Town Auckland - besser gehts fast nicht. 

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Abends besucht uns noch Reini, der heute wieder nach Österreich fliegt. Er bringt einen weiteren Österreicher mit. Erich lebt seit 10 Jahren in Neuseeland. Schön war es mit den beiden!

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Wir werden jetzt wohl einige Tage die Annehmlichkeiten des Yacht Club nützen und uns Auckland noch etwas näher ansehen. 

Fast 3 Wochen waren wir ohne Internet und ohne Telefonverbindung in den Hauraki-Golfinseln unterwegs. Die Mailbox geht über, die Wäschekörbe ebenfalls, die Nespressokapseln sind alle und der Kühlschrank gehört auch aufgefüllt. 

Außerdem besteht mein Mann drauf, mir ein schönes Geburtstagsgeschenk in der Stadt zu besorgen - na, wenn es ihm so ein großes Bedürfnis ist, dann sollte ich ihm diesen Wunsch wohl nicht abschlagen ;-)

Neuseeland / Nordinsel - Hauraki Gulf Islands

22. Oktober 2017

Rongitoto und Motutapu Island

Was wäre Auckland ohne seine Inselwelt im Hauraki Gulf? 

47 Inseln gibt es im Hauraki Gulf Maritime Park, unzählige Buchten, Häfen und Sandstrände findet man hier und noch immer gibt es genügend Platz für eine der größten Freizeitflotten der Welt!

An der Long Bay verbrachten wir eine Nacht und konnten am nächsten Morgen beim Frühstück 150 Segelbooten beim Start ihrer Regatta nach Russel zusehen. Ein beeindruckendes und vor allem sehr passendes Schauspiel vor der imposanten Skyline von Auckland - der City of Sails! 

Eine Starkwindfront folgt jetzt der nächsten und täglich gibt es "strong wind advisory bzw. gale warning" für den Hauraki Gulf. Wir hören mehrmals täglich dem Wetterbericht zu und suchen gezielt nach passenden Ankerplätzen. Die letzten beiden Nächte verbrachten wir vor dem idyllischen Inselchen Motutapu.

Motutapu bedeutet „Heilige Insel“ und man sagt, dass sie nach dem letzten Eiland benannt wurde, das die polynesischen Einwanderer sahen, als sie ihre Heimat Hawaiki verließen. Sie ist über einen schmalen Damm mit der jüngsten Insel des Golf verbunden - dem Rongitoto Island. Als Folge einer Serie vulkanischer Eruptionen entstand  diese junge Insel erst vor ca. 600 Jahren. Die Station Bay (siehe Bild unten) war vermutlich eine von vielen Lagerplätzen der ersten Bewohner vor hunderten Jahren. Über 400 archäologisch wertvolle Stätten sind hier Zeuge  von präeuropäischer Besiedlung, teilweise reichen sie bis in das 12. Jhdt. zurück. 

Da diese Inseln keine 10 km entfernt von Auckland, quasi direkt vor der Haustür, liegen, sind sie ein begehrtes und beliebtes Wochenendziel. Wir teilen unseren Ankerplatz am Samstagabend mit der Coastguard und 35 weiteren Segelbooten. 

19. Oktober 2017

Great Barrier Island - Kaitoke Hotsprings

Auf der Suche nach dem warmen Herzen von Aotea!

Noch immer bläst der Südwestwind mit 30 Knoten und mehr in die Whangaparapara Bucht. Das Wasser ist aufgewühlt, weiße Schaumkronen zieren die Oberfläche. Skeptisch blicken wir auf die andere Seite zur Werft. Wollen wir zu den heißen Quellen an Land, dann müssen wir mit dem Dingi fast die ganze Bucht durchqueren. Die Aussicht auf einen der angeblich schönsten Wanderwege der Insel mit entspannendem Bad in den Kaitoke Hotsprings erleichtert die Entscheidung ungemein.

Die ehemalige Walfängerstation, die bis in die 1960er Jahre noch aktiv betrieben wurde, scheint ausgestorben zu sein.

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Auch auf der anderen Seite bei der Werft sehen wir keine Menschenseele. Das Gebäude dort ist nicht abgeschlossen. 2 Autos parken davor und wir finden eineKarte vom DOC für die örtlichen Wanderwege. 1 Stunde soll es bis zu den Hotsprings sein. Das Gebäude der DOC, wo wir uns die Genehmigung zum Baden holen wollten,  finden wir dann auch, es ist aber abgesperrt und nicht besetzt. 

Obwohl sich der Wind am Wasser eisig kalt anfühlte, beginne ich in meiner Zwiebelschicht zu schwitzen. Stetig geht es leicht bergauf, Bäume schützen uns vorm starken Wind und die Sonne ist kräftiger, als vermutet. 

Nachdem wir ca. 45 Minuten auf einer Schotterstraße marschieren, treffen wir auf ein Auto, das auch sofort anhält. Wohin wir denn wollten? Zu den Hotsprings? Ja, da seid ihr richtig, aber noch lange nicht am Ziel. Mindestens noch 3 km, dann kommt die gut beschilderte Abzweigung und dann ist es nur noch ca. 1 Stunde bis ihr dort seid! 

Gleichzeitig hält ein entgegenkommendes Fahrzeug und die Lady packt uns ein und nimmt uns bis zur besagten Abzweigung mit. Sie hat ein älteres Ehepaar im Auto, das sie zum Einkaufen und einem Arzttermin fährt. "We might pick you up on our way back, see ya!“, ruft sie lachend als wir aussteigen und weg sind sie. 

Wie überall am Eingang zu einem Wanderweg, gibt es auch hier eine Station, wo man sich die Schuhe, Wanderstöcke etc. gründlich säubern soll. Man versucht die Kauri-Bäume vor der sogenannten „Kauri dieback desease“ zu schützen. Eine Krankheit, die man durch Erde einschleppen kann. 

Der Wanderweg ist wirklich außergewöhnlich schön und sehr gut angelegt. 

Das größte Feuchtgebiet der Insel bietet durch seine einzigartige Mischung von Kalt- und Warmwasser einer Vielzahl von seltenen Insekten, Reptilien und Vögel einen optimalen Lebensraum. 

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Das Kaitoke Wetland entstand vor ca. 6000 Jahren, als das Meer noch bis hierher reichte. 

Mineralreiches Kaltwasser wird von den umliegenden Hügeln in kleinen Bächen herab transportiert und vermengt sich im Kaitoke Bach mit dem heißen Wasser, das tief aus dem Inneren der Erde kommt. Dort wird durch vulkanische Aktivität das Grundwasser und die Steine aufgeheizt und so entstehen dann diese natürlichen warmen Quellen.

183 gezählte Stufen rauf und wieder runter - dann aber nix wie raus aus den verschwitzten Klamotten und rein ins warme Nass!

Ein absolutes Highlight auf Great Barrier Island: die Hotsprings von Kaitoke inmitten traumhaften Natur! 

Jetzt ist uns auch klar, warum wir wiederholt eindrücklich von den Einheimischen gewarnt wurden:„….and don`t put your head under the water“.

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Und tatsächlich werden wir wieder von Eggy auf der Schotterstrasse aufgelesen. Interessante Gespräche lassen die Autofahrt wie im Flug vergehen. Eggy stoppt noch bei ihrem Garten und schenkt uns eine große Tüte mit „greenies“ und von dem älteren Paar, die unser Boot von ihrem Haus aus sehen können, erhalten wir eine Einladung zum Tee. 

Unglaublich nette Menschen machen diesen Tag zu einem weiteren, ganz besonderen auf Great Barrier Island. 

Wir haben sie gefunden, die warmen Herzen von Aotea! 

Den Friedhof, nachdem die Graveyard Bucht benannt ist, haben wir dann auch noch besucht. Der nette alte Mann erzählte uns nämlich, dass sein Großvater, ein gebürtiger Südafrikaner, dort oben begraben ist. 

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Sehr idyllisch und ruhig liegen die paar wenigen Gräber dort oben am Hügel. Bis auf ein jüngeres Grab, deuten die Inschriften alle darauf hin, dass es sich um frühe Siedler von Great Barrier Island handelt. 

Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt es dort oben auf der Anhöhe zu funkeln. Weit über die Bucht, bis zur anderen Seite, wo die kleine Ansammlung von Häusern steht, sieht man dann ein paar Lichter scheinen.

Eine rührselige und schöne Geste, vermutlich eines Hinterbliebenen, der dort oben ein paar Solarlichter angebracht hat. 

16. Oktober 2017

Great Barrier Island - Hauraki Gulf Islands

Whangaparapara - Graveyard Cove

9 Tage sind wir schon in dieser abgeschiedenen Inselwelt! 

Wir sind umgeben von sanften, grasgrünen Hügeln, von denen keiner höher als 650m ist. Unser Anker liegt in tiefblauem oder leicht grünlichem Wasser und hunderte Vögel wecken uns morgens mit ihrem lieblichen Gesang.

Auf unseren Wanderungen begegnen wir noch einigen, dieser vielen exotischen Vögel. Wir wissen, dass es eine Kolonie endemischer Pied Shags / Karuhiruhi (Warzenkormorane) ist, die am Ufer unseres Ankerplatzes nisten und manchmal einen ziemlichen Krawall schlagen.

Die Takapu / australasian gannet, zu deutsch Australtölpel, das sind die weißen edlen Vögel mit dem gelben Kopf. Wir beobachten die Flugakrobaten stundenlang aus nächster Nähe, sie sind wahre Meister der Lüfte und wenn sie eine Beute erspäht haben, dann legen sie die Flügel ganz straff an ihren Körper und zischen wie eine Rakete senkrecht ins Wasser. 

Auch einen Kaka, den einheimischen Papagei, konnten wir im Dickicht auf unserer Wanderung entlang des „Old Ladies Trail“ beobachten!

Die Flora und Fauna dieser Inselwelt ist einfach sensationell - wir können gar nicht genug davon bekommen.

Das Landschaftsprofil könnte auch unterschiedlicher nicht sein. Auf der Ozeanseite ist es hier rauh und zerklüftet, mit Steilküsten und langen Sandstränden und die dem Land zugewandte Seite hat tiefe Buchten und hervorragende Fischgründe. Wir haben unsere Angel  keine 10 Min. im Wasser, da hängt sich schon eine schöne Makrele dran - mitten in der Man O War - Passage.  Genau die richtige Grösse für unser Abendessen.

Die letzten beide Tage versprach der Wetterbericht „gale warning in force for the Hauraki-Gulf Islands“. Wir liegen gut geschützt in der Graveyard Bay im Whangaparapara Harbour. Bis 35 Knoten haben wir in Böen, wir bleiben an Bord und erledigen einiges, was noch auf unserer „to do list“ steht.  

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Hannes beschäftigt sich mit seinen Winschen, zerlegt sie, fettet und schmiert sie und baut sie wieder zusammen. Stundenlang widmet er sich mit der größten Geduld dieser zeitaufwendigen Arbeit. 

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Mich schickt er auf den Mast, die Kabelbinder am Windgenerator sind vom starken UV-Licht zerstört worden und es müssen neue angebracht werden.  

Zwischendurch füttere ich die schreienden Möwen, die schon ganz ungeduldig auf unsere Fischabfälle warten. 

Oder ich beobachte einfach nur die schönen Oyster Catcher mit ihrem langen roten Schnabel, den roten Augen und den roten dünnen Beinchen!

Und - ich kann es einfach nicht lassen, mich von der Pantry fern zu halten. 

Weil ich gar so verliebt bin in diese schöne Ecke von Neuseeland, habe ich mein neues Dessert nach diesem schönen Island benannt. 

Brombeer-Apfelbarriere ….mhmhm lecker!

10. Oktober 2017

Great Barrier Island - Aotea

Die Schatzinseln - Neuseeland vom Feinsten 

Glenfern Sanctuary & Port FitzRoy

Unglaublich wie schön es hier ist! 

Täglich zieht uns dieses unverdorbene, abgeschiedene Juwel tiefer in seinen Bann. 

Die Inselwelt der Great Barrier gehört noch zum Hauraki Gulf Marine Park. 

"Neuseelands erster Nationalpark der See" wurde im Jahre 2000 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die einzigartigen Besonderheiten, das Milieu der hiesigen Flora und Fauna zu beschützen und zu erhalten. 

Treasure Islands „Schatzinseln“ werden diese Inseln auch noch treffend genannt. Die meisten von ihnen beherbergen Schutzgebiete für die endemische Tier - und Pflanzenwelt.

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Ca. 700 Menschen leben permanent auf Great Barrier Island. Das Schutzgebiet von Rarohara kennt man heute als Port FitzRoy. 

Hier finden wir das Glenfern Cottage und das Fitzroy House, die als Gästehäuser fungieren und auch ein privates Informationszentrum beherbergen. 

Der Glenfern Loop Track führt uns durch einen wunderschönen, restaurierten,  einheimischen Wald. (Über 15.000 Bäume wurden hier angepflanzt) Unter den Dächern von Farnen und 300 Jahre alten Kauri-Bäumen wandern wir am gut ausgebauten Weg steil bergauf.

Wir sehen einen Black Petrel, das ist ein ganz seltener, fast ausgestorbener (und scheuer) Sturmvogel, hören den einheimischen Kaka rufen und bekommen einen endemischen TUI vor die Linse: 

Und eine Fruchttaube: 

Am Sunset Rock genießen wir wohl einen der besten Ausblicke der Insel - 360° Rundblick über den Golf von Hauraki. 

Und hier oben lernen wir Katja kennen. Eine ehemalige Deutsche, die seit 11 Jahren in Neuseeland lebt und als Fremdenführerin auch für den Reiseführer Marco Polo schreibt. Sie erzählt uns, dass heuer 5 Mio. Touristen erwartet werden und man will Great Barrier Island noch etwas mehr bewerben. Dieses Island ist ja nur mit Fähre / Schiff und Flugzeug erreichbar, die Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus und man könnte schon noch ein paar Urlaubsgäste mehr hier unterbringen. 

Katja zeigt mir auch den Manukastrauch, der hier gerade blüht. Ich sehe schon einige emsige Bienen, die sich hier Nektar holen. 

Der Manuka wächst als Strauch oder als bis zu 5m hoher Baum. 

Weltbekannt ist der Manukahonig wegen seiner antibiotischen und antimykotischen Wirkung. Wir können im Tante Emma Laden in Port FitzRoy sogar einen einheimischen, echten Manukahonig erstehen. 

Der Frühling hält Einzug in Neuseeland!

Über 100 km gut ausgebaute und schöne Wanderwege gibt es hier - wir werden wohl noch den einen oder anderen aufsuchen…..

09. Oktober 2017

Great Barrier Island - Aotea 

Waikahi Bay (Port FitzRoy Harbour)

6 Meilen weiter südlich finden wir den nächsten idyllischen Ankerplatz. 

Ein wunderschöner Segler verwandelt die Bucht in ein tolles Fotomotiv. Die nächsten Tage soll wieder eine Front mit sehr starken Südwestwinden durchziehen, die wollen wir hier abwettern. 

Wir nutzen das schöne Wetter, liegen stundenlang im Cockpit, lesen und sind gerade heute in Gedanken bei einem ganz speziellen Menschen. 

Die Frühlingssonne ist bereits so stark, dass ich sogar mein morgendliches Yogaprogramm ins Freie verlegen konnte.

Zwischendurch stell ich mich in die Pantry und tobe mich kulinarisch aus. Indische Linsensuppe, neue Brotkreationen uvm.  - alle Rezepte zum Nachlesen findet der Interessierte wieder in unserer Rubrik Bordküche.

08. Oktober 2017

Great Barrier Island - Aotea 

Nagle Cove

Den Namen erhielt diese wunderschöne Insel von Captain Cook, weil sie ihm wie eine riesige Barriere erschien, die die Küsten und anderen Inseln des Golfs (von Hauraki) von den Gewalten des Pazifik schützten. 

Wir sind ganz alleine und fühlen uns wie in die Inselwelt vom Pudget Sound / USA oder Golf Island / Kanada versetzt. Saftig grüne Hänge bedecken die gebirgigen Inseln, weiße dichte Wolken hängen über den Berggipfeln. Vereinzelt sieht man ein paar verlassene Häuser und hunderte Vögel, vor allem Kormorane tauchen in den tiefblauen Buchten nach Nahrung. 

07. Oktober 2017

52 Seemeilen zum Eingewöhnen

Um 10:30 Uhr legen wir in Whangarei vom Courtesy Dock ab.

Moderate Winde drücken Cayenne vom Steg. Ich steh an Land, löse die Bugleine und kann die Spring- und Heckleine gerade noch an Bord werfen, da driftet mein Kapitän mit seiner Cayenne auch schon von dannen. 

Der ablandige Wind war zu stark, oder ich war zu langsam, wie man es sehen will. Ein neues Segelmanöver, ich ergreife den Bugkorb und hantle mich sportlich-elegant über die Reeling, was meine Ungeschicklichkeit von vorhin schnell vergessen lässt.   

Alle Segel sind im Einsatz. Cayenne rauscht mit 8-9 Knoten in Richtung Bream-Head. Der Wind frischt auf 5-6 Bft auf, die Strömung haben wir mit uns - herrliches Segeln! 

Eine riesige Schule Delfine begleitet uns für 20 Minuten - ein gutes Zeichen und ein schönes Gefühl. Wir entschließen uns nach Great Barrier Island zu segeln. 52 Seemeilen später, um halb sieben Uhr abends fällt der Anker in der Nagle Cove. Der neue Autopilot hat seine Testfahrt mit Bravour bestanden - er funktioniert tadellos!

In Aotea, wie die Maori das Great Barrier Island nennen, begrüssen uns viele Vögel und dichte, tief hängende Wolken. Kaum steht unsere aufgewärmte Lasagne am Tisch, beginnt auch schon ein heftiger Regen die Salzschicht von Bord zu schwemmen.  

Wir heizen ein, kochen uns einen Tee und machen es uns so richtig gemütlich! 

Neuseeland / Nordinsel - Whangarei u. Dargaville

07. Oktober 2017

Whagarei - off we are

Endlich ist es soweit : Cayenne funkelt in neuem Glanz, die Vorräte sind aufgefüllt, das Auto wurde annonciert und war 2 Tage später verkauft - es läuft quasi wie am Schnürchen…..

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Wir legen uns noch 2 Nächte ans Courtesy-Dock und schlagen die reparierten Segel an, blasen das Dingi auf, nehmen es vom Deck und hängen es wieder an die Davits. 

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Die Fischer, die ihre beiden Kutter in der Werft gerade wieder seetüchtig machen, kommen noch vorbei, um Kontaktadressen auszutauschen. In ein paar Wochen werden Jeannie und Andrew wieder unterwegs sein und man hofft, sich in den Sounds im Süden oder sonst wo um Neuseeland wieder zu treffen.

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Und natürlich organisieren wir noch eine Abschiedsparty für unsere Freunde von der Zoonie und der Meridian Passage. Ich gebe mein Bestes und wir verwöhnen die Engländer und Neuseeländer mit einem italienischen Abend. Minestrone, Spinat-Lachslasagne und Tiramisu lässt die Herzen höher schlagen und nach ein paar Gläsern Rotwein überlegt Merv ernsthaft, ob er mit mir nach Fiji durchbrennen soll. 

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Wir verbrachten einen traumhaften Abend mit Barbara, Rob, Jeannie und Merv und werden heute nach dem Frühstück unsere Seebeine testen. Wohin die Reise gehen wird? Mal sehen - wir genießen die Freiheit, ganz ungezwungen entscheiden zu können….

30. September 2017

Whangarei

Der letzte Schliff….

Endlich geht was weiter bei uns! 

Cayenne befindet sich sozusagen in einem Spa und Wellness-Programm. Die Bordwände wurden bereits auf Hochglanz poliert, jetzt bekommt das Unterwasserschiff noch ein ordentliches Peeling - dh das alte Antifouling wird abgeschliffen.

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Als „Fouling“ wird die unerwünschte Besiedelung von Organismen am Schiffsrumpf verstanden. Dieser immer wiederkehrende biologische Prozess soll mit der Auftragung einer Beschichtung etwas verzögert werden. Die Farbe, die permanent toxische Stoffe an das Wasser abgibt., soll dem Anhaften von Entenmuscheln, Seepocken etc. entgegenwirken. 

Wir machen so ein Antifouling ca. alle 1 1/2 Jahre. 

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Wir haben Glück und das Wetter hält den ganzen Tag. So schaffen wir es und können 2 Anstriche in 10 Stunden machen. 

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20. September 2017

Whangarei - Emotionen :

Mitgefühl und Sorge, Ärger und Liebe!

Während sich die armen Menschen in der Karibik und an der Ostküste der USA noch lange nicht von „Irma“, einem der folgenschwersten atlantischen Wirbelstürme der Geschichte, erholt haben, trifft schon der nächste Hurrikan „Maria“ mit 260 Stundenkilometer auf den Inselstaat Dominica auf. 

Guadeloupe, US-Virgin Islands und St. Kitts & Navis und sogar Puerto Rico, das seit fast 85 Jahren von Hurrikans verschont geblieben ist, liegen auf der Route des nächsten Tropensturms, wieder einer der Kategorie 5. 

Mit tiefer Bestürzung lesen wir die Medienberichte und folgen voller Sorge den News. Alle betroffenen Menschen in den verwüsteten Gebieten haben unser tiefstes Mitgefühl. 

Auch bei uns war es in den letzten Tagen ungemütlich kalt, stürmisch und windig. Nachts hat es mit 40 Knoten geblasen, das Rigg hat gezittert und sintflutartige Regenschauer folgten. Nichts im Vergleich zu 250 Stundenkilometer - keine Verwüstungen, keine Überschwemmungen, keine Stromausfälle und keine Menschenleben in Gefahr - das fällt uns dazu ein und so nehmen wir diese kalte Schlechtwetterfront gelassen hin. 

Hannes widmet sich wieder einigen Reparaturen im Innenschiff, während ich weiterhin an meinen Filmprojekten arbeite. 

Die elektronische Batteriezündung an unserem Force 10 Gasofen  funktioniert schon seit einer Weile nicht. Hannes liest sich in die Materie ein, zerlegt das ganze Teil, schraubt, putzt, dehnt und fügt wieder zusammen. Das Ding funktioniert wieder einwandfrei!

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Wie er das gemacht hat? Bei Interesse bitte an den Herrn Kapitän wenden - aber es hatte irgendwas mit einer Feder und einem Kontakt zu tun, soweit hab ich das noch mitbekommen. 

Und dann ging natürlich auch wieder etwas kaputt an Bord. Unser guter Inverter hat den Geist aufgegeben. Ärgerlich, das ist nun schon der 2. in 10 Jahren. 

Ein Inverter, das ist so ein elektrisches Gerät, das Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln kann - das aus 12 Volt razzfazz 220 Volt herstellt. Diese Wechselrichter sind jetzt zwar nicht lebensnotwendig, erleichtern das Bordleben aber ungemein! 

Ergo: ohne Inverter gibt es am Ankerplatz oder unterwegs keinen Strom aus der Steckdose. D.h. zB keinen Nespresso zum Frühstück!

Klar muss sofort ein neues Teil her. Und jedes Mal, wenn wir eine Neuanschaffung machen, wird sie natürlich größer, schwerer, teurer, aber angeblich auch besser. 

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Wir haben also ein neues Spielzeug an Bord -  sind nun stolze Besitzer eines Victron 3000 - hohe Spitzenleistung, reiner Sinuswellenausgang ….was der alles kann!!! Hannes beschäftigt sich stundenlang damit, liest Bedienungsanleitung und Beschreibung, nimmt ihn auseinander, montiert ihn, schließt Fernbedienung an….. 

Und noch bevor ich am nächsten Morgen die Augen geöffnet habe, rieche ich ihn bereits: da steht mein unrasierter Mann, lächelt triumphierend und reicht mir einen dampfenden, frisch gebrauten Espresso „Dharkan“. 

Ich liebe ihn, diesen aufmerksamen, wild aussehenden Mann, diese dunkelgrüne Kapsel und diesen neuen, sündhaft teuren Inverter…..!

13. September 2017

Whangarei ….

und noch ein Film: 

10. September 2017

Whangarei - Filmprojekte: 

Wir sind der Bitte einiger Freunde nachgekommen und haben einen Teil unserer Reisen in Filmen dokumentiert. Die ersten beiden Exemplare wurden in den letzten Tagen auf Youtube hochgeladen und können nun „weltweit“ angeschaut werden. 

Liebe Leser, bitte berücksichtigt aber, dass wir keine Profis sind, sondern wirklich Amateure und dementsprechend „fehlerhaft“ gestalten sich die beiden Erstlingswerke. Die Tonqualität ist aufgrund unseres Equipments wohl nicht ganz eiwandfrei und bei einem Film (Südsee) fehlt bei Minute 55 für ca. 5 Minuten die Hintergrundmusik. Ich habe es noch nicht geschafft, diese zu ersetzen. 

Wie gesagt, die Filme wurden primär für unsere Freunde und die Familie zu Hause erstellt, da wir aber nicht die Zeit hatten, diese in Österreich allen zu zeigen, haben wir nun die Möglichkeit über Youtube genutzt und so sind die Filme nun der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Wir wünschen viel Vergnügen! 


05. September 2017

Whangarei - 

Arbeitslust 

Seit einigen Tagen hat sie sich nun endlich auch bei uns eingestellt: die Arbeitslust. 

Einen ganzen Tag lang haben wir das Deck mit Wasser und Reinigungsmittel geschrubbt, die Kuchenbude, das Hardtop von den grünen Algen befreit und im Cockpit die Schimmelspuren beseitigt. Auf den ersten Blick ist Cayenne jetzt schon wieder ganz ansehnlich. Aber es gibt noch viel mehr zu tun.

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Unsere Kleiderschränke wurden alle auf Feuchtigkeit und Schimmel untersucht und erfreulicherweise konnten wir feststellen, dass dieses Mal alles sauber und trocken geblieben ist. Da hab ich doch tatsächlich gute Vorarbeit geleistet (keine Salzrückstände!) und Cayenne konnte offensichtlich in Mexiko wirklich gut austrocknen.  

Da wir noch ziemlich viel Zeit haben und die Fremdarbeiten hier auch horrend teuer sind, hat Hannes sich vorgenommen dieses Mal die Rumpfarbeiten wieder selbst zu machen. Aus diesem Grund hat er sich eine gute Poliermaschine gekauft und mit dieser DeWalt steht er nun täglich so lange am Rumpf, bis ihm die Luft ausgeht und die Hände fast abbrechen. 

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Das Wetter spielt gut mit. Wir haben blauen Himmel und Sonnenschein und bei ca. 15 Grad Celsius lässt es sich gut arbeiten. Wenn dann der Regen, meist nachmittags kommt, dann sind wir eh bereits so geschafft, dass wir eine Pause brauchen. Den gemütlichen Aufenthaltsraum haben wir für uns alleine und während das Essen im Ofen vor sich hin schmort, gönne ich mir eine Yogastunde und Hannes beamt sich ins „Netz“.

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29. August 2017

Ein Ausflug nach Dargaville 

2 Masten am Hügel und eine wandelnde Enzyklopädie in der Kumara-Box

Der Himmel ist blau, die Luft ist glasklar und alles ist blitzsauber. Wir verlassen das Flughafengebäude, ich schließe meine Augen und atme einmal ganz tief durch - wie ich dieses Land liebe! Wir sind zurück im wunderschönen Neuseeland! 

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Die ersten Tage litten wir noch etwas unter dem Jetlag und der, für uns ungewöhnlichen Kälte. Das Wochenende war auch ziemlich verregnet und eiskalte Windböen ließen uns und Cayenne am Trockendock zittern. Doch heute Morgen strahlte wieder die Sonne und das Thermometer zeigte 17 Grad. Wer denkt da an Arbeit? Wir jedenfalls nicht - mein Mann packt mich ins Auto und überrascht mich mit einem Ausflug auf die andere Seite der Nordinsel. 

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Dargaville heißt das ca. 50 km entfernte Ziel, das ganz in der Nähe des längsten Sandstrandes von Neuseeland liegt.  Es gibt ein schönes Museum und auch die 2 Masten, die hoch oben am Hügel, hinter Bäumen versteckt, von der Straße aus sichtbar sind, wollen näher betrachtet werden. Es handelt sich um die beiden Masten der Rainbow Warrior, dem einstigen Forschungsschiff von Greenpeace. 

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1985 demonstrierte Greenpeace gegen Kernwaffentests der Franzosen in einem Tuamotus-Archipel. Das Schiff Rainbow Warrior lag damals im Hafen von Auckland, als es dort von Agenten des französischen Geheimdienstes versenkt wurde. 

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In Dargaville gibt es viele Rinder und Schafe und die Stadt ist auch als „Kumara-Capital“ bekannt. Kumara nennen die Maori mein absolutes Lieblingsgemüse: die Süsskartoffel. Keine Frage also, wohin wir fahren, als wir eine große Tafel mit der Ankündigung „Kumara-Box“ sehen. 

Der Bauer verkauft mir einen 10kg Sack und wir kommen ins Plaudern. Als er erfährt, dass wir Segler sind, da will er unbedingt, dass wir mitkommen in seine Kumara-Box (eine riesige Halle) - er müsse uns was Interessantes zeigen. 

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Zuerst stellt er uns noch  Barry vor und dann präsentiert er uns eine riesige Schatzkiste. Ein kleines Marinemuseum finden wir hier in dieser "Kumara-Box“ und mittendrin steht ein wandelndes Lexikon. Der 79 jährige Barry war zeitlebens Fischer und fast alles, was in diesem Raum ausgestellt ist, das hat er selbst gefunden und weiß genauestens drüber Bescheid. 

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Die Überreste dieses  Seeleoparden hat er im antarktischen Meer gefunden, in liebevoller Kleinstarbeit hat er die Knochenteile gereinigt und zusammengefügt. 

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Er zeigt uns die berühmten Toheroa-Muschel, die es so zahlreich an der Küste von Kaipara gab. In den 1950er Jahren wurde diese Delikatesse  in Dosenform nach Europa - vor allem nach Frankreich - exportiert und an der neuseeländischen Küste leider so überfischt, dass die Bestände dieser angeblich so schmackhaften Muscheln total zurückgegangen sind. Heute ist das Sammeln derselben verboten. 

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Der Maui-Delphin: der seltenste und kleinste Delphin, der akut vom Aussterben bedroht ist. Keine 50 Tiere gibt es mehr von dieser Art, die zu den ebenfalls endemischen Hector-Delfinen gehört, die wir im Frühjahr life in Oamaru gesehen haben.  

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Für sein Lebenswerk und seine intensive Zusammenarbeit mit der Neuseeländischen Umweltbehörde, den neuseeländischen Universitäten und sonstigen Marine und Wildlife-Institutionen  wurde der äußerst gebildete und sympathische Barry Searle bereits mit zahlreichen Auszeichnungen vom Department of Conservation und sogar von der Queen persönlich geehrt. 

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Es ist unglaublich, was dieser Mensch für ein Wissen hat! Nicht genug, dass wir eine gute Stunde lang eine private Führung der Extraklasse genießen konnten, dann werden wir auch noch von der Frau des Hauses auf Tee und Kuchen eingeladen! 

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So und nun war es aber an der Zeit und wir wurden ausgefragt. Woher wir denn nun genau kommen, wo wir überall schon gewesen wären mit dem Boot und ob es nicht oft sehr gefährlich auf hoher See wäre?

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Gerne geben wir Auskunft und genießen diesen unerwartet interessanten Nachmittag bei und mit den netten Kiwis. Und dem lieben Barry hats wohl  auch besonders  gut gefallen, denn beim Abschied zieht er mich ganz keck zu sich runter und drückt mir völlig unerwartet einen liebevollen, festen Schmatz auf die Wange.