Reise 2018 Australien 


Australien / Brisbane

11. Dezember 2018

XoXoXo - Weihnachtsfeste in Down Under - 

Oh wir Fröhlichen…..!

Es ist schon eigenartig, wenn bei mehr als 30 Grad Celsius Weihnachtstöne erklingen. Zumindest empfinden wir Mitteleuropäer das als komisch, da wir die Adventszeit doch immer mit Kälte, Glühwein und bestenfalls sogar Schnee assoziieren. 

Am Samstag luden Mandy & Paul, die Manager der Marina, zu einem Weihnachtsbarbecue. Das war ganz nett und wir haben wieder viele neue Leute kennengelernt. Die kleine Veranstaltung begann bereits um 13 Uhr und so hatte es mehr den Charakter eines fröhlichen Sommergartenfestes. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und es hat uns sehr gut gefallen. Die Aussies sind uns sehr sympathisch, das hab ich ja schon erwähnt. Unkompliziert, bodenständig, freundlich und hilfsbereit!

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Und Mandy ist wirklich eine Perle - wie auch ihr Mann Paul. 

Am Sonntag ging es dann wie immer zum Bauernmark nach Redcliffe. Nachdem es regnete und der Himmel total bedeckt war, nahmen wir dieses Mal den UBER. Das sind diese privaten Taxis, die es wohl schon fast überall auf der Welt gibt und die man ganz leicht mit dem Telefon übers Internet bestellt und bezahlt. 

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Den Umstand, dass wir nicht mit den Fahrrädern alles wieder nach Hause schleppen mussten, sondern ja chauffiert wurden, nutzten wir schamlos aus und machten noch einen Großeinkauf im Supermarkt und im BWS (Beer-Wine-Spirit) Laden. Alkohol wird hier, wie auch in den USA und NZ (meistens) nicht im normalen Supermarkt angeboten, sondern es gibt eigene Getränkegeschäfte hierfür. 

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Vorher mussten wir uns natürlich stärken. Mit leerem Magen soll man schließlich nicht einkaufen gehen! 

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Am Nachmittag haben wir uns dann noch mit Silvia und Benu von der Quo Vadis beim Weihnachtsfest im Scarborough Beach Park verabredet. Das Wetter hatte sich stabilisiert und so waren wir mit Margarete und Peter wieder mit den Fahrrädern unterwegs. Hunderte Leute hatten sich bereits im Park versammelt und das Weihnachtsfest war bereits im Gange. 

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Es gab viele Fressbuden, Kaffee, Pizza, Eis, Zuckerwatte etc. - nur Alkohol wurde nicht ausgeschenkt. 

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Weihnachtsmusik wurde gespielt, Puppenspieler traten auf, der Weihnachtsmann kam und die Kinder quietschten und brüllten vor Freude und Vergnügen. Die Erwachsenen hockten sich auf mitgebrachte Decken oder Stühle und es war ein richtig schönes Familienfest. 

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Wir, die wir ohne Kinder anwesend waren, fühlten uns irgendwie falsch am Platz und so hatte Benu die großartige Idee einen Ortswechsel vorzunehmen. 

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Gleich neben der Marina gibt es ein gemütliches Restaurant und dort bekamen wir auch unser Bierchen und eisgekühlten Sauvignon Blanc. Es hatte zwar noch immer 30 Grad im Schatten, aber es war wesentlich ruhiger und nach der dritten Flasche Weisswein kam bei uns auch sowas wie Weihnachtsstimmung auf - well, vielleicht nicht wirklich besinnliche, aber zumindest sehr fröhliche!

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Weihnachtsbaum in Down Under: 

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04. Dezember 2018

Down Under und seine Wetterkapriolen

und Weihnachtsputz im kurzen Höschen!

Vergangene Woche fegte ein richtig heißer Sandsturm über uns hinweg! Die Luftfeuchtigkeit sank unter 15 % und Temperaturen von fast 40 Grad Celsius legten uns lahm. Da es seit August im Südosten Australiens sehr wenig geregnet hat, trug der starke Wind eine feine rote Staubschicht meilenweit über das Land. Im Norden von Queensland kam es zu fürchterlichen Buschfeuern und in der Hauptstadt von New South Wales sorgte ein Rekordregen für Chaos. Binnen von 2 Stunden war in Sydney soviel Regen geflossen, wie sonst in einem Monat fällt.

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Dennoch haben wir uns aufgerafft und einige Arbeiten am Boot erledigt. Das Grosssegel wurde abmontiert und genauestens kontrolliert. Dieses Segel hatten wir 2009 in Grenada gekauft und wir sind wirklich erstaunt, wie gut sich unsere Doyle Segel gehalten haben - schließlich haben sie bereits 40.000 Seemeilen am Buckel!

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Die Genua-Schoten werden ebenfalls abmontiert und gewaschen. Dh. sie waschen sich eigentlich von selber. Wie schon seit Jahren hat sich folgende Reinigungsmethode hier bestens bewährt: Einfach etwas Waschpulver und Weichspülmittel in einen großen Eimer mit Süsswasser geben und die Leinen darin 24 Stunden oder länger liegen lassen. Danach wird ordentlich mit Süsswasser gespült und die Leinen nochmal 24 Stunden in reinem Wasser eingelegt. Dann sind sie vom Salz befreit, blitzsauber und schön weich. Das geht hier in der Marina natürlich sehr gut, da man ja einen Wasserhahn am Steg hat!

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Die Ankerkette wurde kontrolliert und der Anker zum Verzinken gebracht.

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 Die Gr0ss-Schot wurde leider zum 2. Mal innerhalb von 4 Wochen ausgetauscht. Bei unserer Überfahrt nach Australien hat sie sich wohl irgendwo verheddert und war innerhalb von einer Woche fast durchgescheuert.

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Und unsere Backskisten werden natürlich ebenfalls auf Vordermann gebracht und gereinigt.

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Normalerweise war das bis jetzt immer meine Aufgabe, aber ich hab mich in der Pantry verletzt und habe Schonzeit! Ausserdem passt jetzt der schlanke Kapitän ja selber rein ;-) 

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Abends essen wir noch immer täglich mit unseren Freunden von der Seatime zusammen. Und auch den ersten Advent haben wir nicht vergessen - obwohl: so richtig will die Weihnachtsstimmung bei fast 40 Grad nicht aufkommen!

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28. November 2018

Ein kurzer Film auf Youtube von unserem Fahrradausflug durch Brisbane!

27. November 2018

Newport & seine Kanalsysteme

Man glaubt es kaum, aber hier in Newport, dem kleinen Vorort in der südöstlichen Ecke von Queensland, tut sich allerhand.

Schon 1970 wurde hier ein künstlicher Wasserweg errichtet, der Zugang von der Deception Bay und der Moreton Bay gewährleistet. Der ausgebaggerte Kanal ist ca. 2,5 km lang und man sollte selbst bei Niedrigwasser immer 3 m Wasser vorfinden. 

Von diesem Kanal spalten sich zahlreiche Wasserwege ab, an die über 600 Wohnhäuser grenzen. Auch unsere Marina ist an diesen Kanal gebaut und verfügt über 200 Liegeplätze.

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Bild oben: Albatross-Brücke und Haus mit Steganlegeplatz davor!

Bild unten: Der bestehende (Albatross) Kanal und die Marina, wo unsere Cayenne untergebracht ist.

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Zu dieser bestehenden Kanalimmobilie befindet sich nun ein zweiter, paralleler Wasserweg im Bau. Wir beide stehen im Bild oben gerade auf der neuen „Isles of Newport“.  Diese Inseln werden sich, wenn das Projekt fertiggestellt ist, in einem künstlich angelegten, erhöhten Salzwassersee befinden, der durch eine Schleuse und eine Wehranlage mit dem niedrigeren Albatross-Kanal verbunden sein wird. 

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Am vergangenen Freitag wurden die Schleusen erstmals geöffnet und es fließt nun endlich Wasser in die ausgebaggerten Kanäle.

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Insgesamt sollen 2000 neue Gebäudekomplexe hier entstehen. Cafes, Restaurants, Geschäfte, ein Einkaufszentrum und Hotelanlagen und natürlich Wohnhäuser. 

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Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis das hier alles fertiggestellt ist. Sicher ist aber, dass wir Newport bei unserem nächsten Besuch wohl nicht mehr wieder erkennen werden! 

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24. November 2018

Nachtrag: Ein kurzes Video von unserem Aufenthalt in den Pinieninseln / Neukaledonien!

22. November 2018

Newport & Redcliffe & awesome guys

und die Chemie stimmt auch noch immer!

Die Newport Marina, in der wir seit unserer Ankunft in Australien mit Cayenne liegen, haben wir uns genau aus 2 Gründen ausgesucht, die da heißen: Margarete und Peter! 

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Langjährige Leser unserer Homepage werden jetzt gleich wissen, von wem die Rede ist. Für alle anderen sei kurz zusammengefasst, dass wir Margarete und Peter von der Seatime 2008 in Porto Santo kennengelernt haben. 2011 trafen wir uns in Panama zufällig wieder und da wir die selbe Reiseroute geplant hatten, kreuzten sich in Folge unsere Kielwasser ganz bewusst und gewollt immer wieder. An den schönen Destinationen mit den klingenden Namen Hawaii, British Columbia, Alaska, Kalifornien und Mexiko verweilten wir oft Wochen an den gleichen Ankerplätzen und unternahmen Ausflüge miteinander. Die Chemie passte einfach. 

In der Baja California erfolgte dann im Februar 2015  schweren Herzens eine Trennung, von der wir wussten, dass sie wohl für ziemlich lange Zeit sein würde. Die beiden zog es rasch in die Südsee und wir erkundeten noch ein Jahr länger die Sea of Cortez und machten eine sechsmonatige Tour mit dem Auto durch die USA. 

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Nun wussten wir, wo wir die beiden wieder finden würden und unser Wiedersehen war dominiert von überschwänglichen Gefühlen - wir haben es sofort alle 4 gespürt: Die Chemie stimmte noch immer! 

Unsere Tage hier sind nun eingeteilt in Arbeiten und Sightseeing. Es gibt viel zu tun auf der Cayenne, aber jeden 2. Tag machen wir eine ausgedehnte Radtour mit unseren beiden Deutschen, die sehr bemüht sind uns die schönsten Plätze hier zu zeigen, sind sie doch bereits seit fast 2 Jahren in dieser Ecke und kennen sich aus. Täglich kochen wir gemeinsam und sitzen dann beim Dinner zusammen und plaudern stundenlang über Gott und die Welt.

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Newport ist ein Vorort der Moreton Bay im Norden der Radcliffe-Halbinsel, ca. 30 Km nordöstlich von Brisbane. Der Red Cliff Point war die erste Strafkolonie, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Queensland gegründet wurde. Mit dem Fahrrad sind wir in 20 Minuten in Radcliffe, wo es sonntags einen tollen Bauernmarkt gibt, den wir natürlich schon frühmorgens aufgesucht haben.

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Wir fahren mit den Rädern entlang des Queens Beach bis zum Radcliffe Point. Es ist Samstag und an der Radcliffe Parade haben sich tausende Menschen versammelt. Es gibt hier kein Restaurant und kein Kaffeehaus, aber dutzende BBQ Gelegenheiten und die Familien sind Selbstversorger. Überall gibt es Bänke, Tische und Toilettenanlagen. 

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Es herrscht eine super Stimmung!

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Bis jetzt haben wir den Eindruck, dass einfach alle Australier gut gelaunt sind und sich extrem höflich und freundlich uns Fremden gegenüber verhalten. 

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Die Entstehung der Menschheit …..! 

In Radcliffe besuchen wir auch den Bee Gees Way! 

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Eine ganze Strasse ist hier der Popgruppe gewidmet und zeigt den Werdegang der Brüder Gibb auf. Die Karriere der Band begann ja schon in jungen Jahren, als die Brüder Barry, Maurice und Robin hier 1958 als Kinderband mit Beatmusik damals halb Australien verrückt machten. 

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Die Idole meiner Kindheit! 

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Unsere Ankerkette haben wir am Steg aufgelegt, damit wir sie kontrollieren können. Wir wollten eigentlich eine neue kaufen, sehen aber, dass unsere noch tadellos ist. Aber der Anker muss dringend zum Verzinken gebracht werden. Wie bringen wir diesen schweren 40 kg Anker aber in den Shop, der das machen würde? 

Kurzerhand erklärt sich Paul, der Marinemanager selbst bereit, gegen eine geringe Entschädigung, diesen für uns mit dem Auto dort abzuliefern. Sagte ich doch schon: die Aussies sind echt nette Burschen!

17. November 2018

Angekommen in Down Under! 

Easy going….

Unsere Überfahrt von Noumea nach Australien verlief relativ unspektakulär. Für die 817 Seemeilen benötigten wir 6 Tage und 4 Stunden, wovon wir „nur“ die letzten 14 Stunden motoren mussten. Die ersten beiden Tage waren extrem gemütlich. Mit herrlichen 4 Beaufort aus Südosten düsten wir mit 7 Knoten dahin. Am dritten Tag ließ dann leider der Wind etwas nach, dafür nahm die Welle zu. Es wurde wieder ungemütlicher an Bord, obwohl wir ausgebaumt hatten. Die Geräuschkulisse war nachts so unangenehm, dass ich kaum ein Auge zubekam. Lag es an den Bedingungen der See oder doch an der, inzwischen doch in die Jahre gekommenen Dame?  

Nein, meine Lieben, ich meinte jetzt eigentlich Cayenne!!!

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In der letzten Nacht gegen Mitternacht schlief der Wind endgültig ein und wir mussten doch noch den Motor starten. Die Einfahrt bei den Outer Banks vor Brisbane erreichten wir bei Niedrigwasser. Die Brecher der Riffe beeindruckten ganz schön, vor allem weil wir keine 4 Meter Wasser unterm Kiel hatten und eine hohe Dünung dazu kam. 

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Die Fahrt bis zum Zolldock in der Rivergate Marine kam mir dann noch elend lange vor, obwohl mir mit der einströmenden Tide, also die Strömung mit uns hatten und mit 7 Knoten dahin rauschten. 

Es herrschte reger Verkehr, riesige Frachter zogen an uns vorbei und tausende Quallen befanden sich im Wasser. 

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Die Beamten der ABF, Australian Border Force, standen schon am Dock, da hatten wir noch nicht einmal die Leinen fest gemacht! Immigration und Zoll hielt sich eine Stunde bei uns auf. Papierkram wurde ausgefüllt und wir wurden sehr genau instruiert, welche gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten wären, während wir uns mit dem Boot in Australien aufhalten würden. So muss man zB alle drei Monate, via E-Mail, den Behörden melden, wo sich das Schiff gerade befindet. 

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Dann kamen zwei Männer von der Biosecurity und stellten das ganze Schiff (Innen und Aussen!) auf den Kopf. Jede einzelne Lade wurde aufgemacht, ausgeräumt und mit Taschenlampe genauestens inspiziert. Gesucht wird vor allem nach Termiten. Bei uns wurden 2 winzige Läuse und 1 Spinne eingefangen und mitgenommen. 

Trockenbohnen und Linsen musste ich ebenfalls abgeben, das war mir aber bewusst. Frisches Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte werden ebenfalls konfisziert. Ich hatte nur noch 1 Zwiebel und ein paar Stück Knoblauch an Bord, das man natürlich auch mitnahm. 

Die Männer machen einen sehr gründlichen Job, sind aber sehr freundlich und zuvorkommend. Kosten für die Biosecurity: Holzinspektion 100,— AUSD, 50,— AUSD pro 1/4 Stunde pro Person, und Nachbearbeitung, je nach Dauer. Wir bezahlten insgesamt 360 Australische Dollar!  Dann waren wir endlich offiziell eingecheckt. 

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Fazit: Viele Gerüchte bzgl. Einklarierungsprozedere in Australien verunsichern die Segler, die noch nie in Down Under waren. Es ist aber wirklich easy going! Man gibt einfach ehrlich alles an, was man an Bord hat und die Behörden nehmen dir dann halt ab, was nicht erlaubt ist! Muscheln, Holz und geflochtene Körbe hatten wir auch einige an Bord, wurde aber alles für ok erachtet! 

Am besten und günstigsten fällt das Einklarieren aus, wenn das Boot ziemlich leer ist ;-) Schade, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich noch einigen Fidschianern eine grosse Freude bereiten können!