Neukaledonien Grande Terre / Prony Bay
08. November 2018
Ab geht es nach Australien!
Die letzten Tage verbrachten wir auf der schönen kleinen Insel UERE, keine Stunde von Noumea entfernt, aber bereits in einer anderen Welt.

Noumea hat uns noch nicht wirklich in ihren Bann gezogen. Ausser, dass wir unsere Vorräte in den gut gefüllten Supermärkten immer wieder auffüllen, haben wir noch nicht wirklich viel in der Stadt unternommen. Viel lieber verbringen wir unsere Zeit auf den idyllischen Inseln, die der Hauptstadt vorgelagert sind.

Hier sind wir fast ganz alleine, genießen die einsamen Strände und erkunden die Insel. Viel gibt es ja nicht zu erkunden, denn in einer Stunde kann man die gesamte Insel per Pedes umrunden.

Am Wochenende sind die Einheimischen auch hier. Überall sehen wir Feuerstellen, wo man sich den selbst gefangenen Fisch oder die Muscheln grillt und daneben hat man mit ein paar Brettern Tisch und Bänke und einen Unterstellplatz gezimmert. Alles sehr einfach, aber zweckmäßig.

Der Ohrenkaktus steht gerade in seiner vollen Blüte. Wir versuchen ein paar der äußerst gesunden Früchte zu ergattern. Mit Handschuhen gelingt es uns die Kaktusfeigen zu ernten, aber die kleinen roten Früchte sind stark mit winzigen Dornen bestückt. Es ist nicht einfach, das Fruchtfleisch herauszuschälen, aber es hat sich gelohnt.

Ich mache uns ein herrliches Beerenparfait aus Tofu - eine wahre Gaumenfreude. Die natürlichen Farbstoffe sind hoch antioxidativ wirksam! Das Obst ist also ein richtige Radikalfänger und schützt unsere Zellen und Organe! Genau das, was wir jetzt brauchen, denn es steht die Überfahrt nach Australien an.

Es hat sich ein Wetterfenster geöffnet, wir sind flexibel und spontan und haben uns entschieden dieses für uns zu nutzen.
Heute morgen haben wir bereits ausklariert, die letzten Einkäufe getätigt und (steuerfrei) Diesel gebunkert.
Ca. 800 Seemeilen liegen nun vor uns und wir hoffen, dass wir am nächsten Donnerstag in Brisbane ankommen werden!
Schön war es hier in Neukaledonien! Wir kommen wieder - versprochen!!!

29. Oktober 2018
Ilot Casy
Geburtstag in aller Abgeschiedenheit!
Wir ankern in der idyllischen Bucht vor Ilot Casy. Das ist eine kleine unbewohnte Insel in der Prony Bay. Ich bin ganz verliebt in diese magische Ecke! Glasklares Wasser, Vogelgezwitscher, kaum Menschen und viele, viele Fische unterm Boot! Schon kurz nach 5 Uhr morgens bin ich auf meiner Yogamatte und um halb sieben Uhr bei den Fischen im Wasser!

Hier in dieser Abgeschiedenheit haben wir kein Internet an Bord und Hannes will sich in eine andere Bucht verlegen, weil er meint, ich müsste doch an meinem Geburtstag Internet haben, um all die Geburtstagswünsche empfangen zu können!

Oh nein - vielen Dank mein Lieber! Ich habe am 7. August beobachten dürfen, wie Hannes den ganzen Tag am Iphone gesessen ist und sich bei jedem einzelnen Gratulanten bedankt hat! So will ich meinen Geburtstag nicht verbringen! Ich bestehe drauf - wir bleiben also hier und ich backe mir einen guten Schokoladenkuchen (vegan - aus Adzukibohnen, ohne Zucker - ja und trotzdem extrem köstlich!!!) und lade alle Anwesenden in der Bucht herzlich zum Nachmittagskaffee!

Das sind in diesem Fall nur 2 weitere Boote - der Hermann von der Pacifico und seine Hilde von der Amiga!

Wir verbringen einen wunderschönen Nachmittag mit den beiden deutschen Einhandseglern und ich verschwende nicht mal einen Gedanken an das Ipad, das Iphone oder den Computer, weil ich weiß, dass wir sowieso keinen Empfang haben. Außerdem weiß ich ja, dass alle meine Lieben zu Hause, die vielen Freunde und Bekannte ja eh alle an mich denken ;-)

Tja und heute, am Tag danach macht mein lieber Mann mit mir einen kleinen Rundgang auf der Insel und auf der anderen Seite finden wir ein schönes, wildes Plätzchen, wo dann tatsächlich die weit über 1o0 Glückwünsche aus dem Universum eintrudeln….
Ich bin ziemlich überwältigt, da haben ja weit mehr Menschen an mich gedacht, als ich vermutet habe! Vielen lieben Dank nochmal an dieser Stelle an jeden einzelnen, der mir zu meinem Ehrentag gratuliert hat!

Ja, ich hatte also wirklich einen Geburtstag, wie ich in mir gewünscht hatte. Das Leben ist schön - und ich bin unglaublich dankbar dafür!

26. Oktober 2018
Eine Tankstelle für die Seele -
die warmen Quellen von Baie de Prony!
Ganz im Süden der Hauptinsel Neukaledoniens - Grande Terre - liegt eine idyllische Bucht, die erstens ein sogenanntes Hurrikanloch ist (so gut geschützt, dass man sogar bei einem Wirbelsturm hier liegen könnte) und die außerdem noch für ihre warmen Quellen bekannt ist.
Nachdem es nun schon seit gut 10 Tagen regnerisch ist und die Temperaturen nicht mehr wirklich hoch klettern, ist das genau die richtige Ecke, um uns aufzuwärmen.

Wir sind ganz alleine am Ankerplatz und schon in aller Früh, (Anfahrt nur bei Hochwasser möglich!) noch vor dem Frühstück klettern wir ins Dingi und fahren die paar Minuten zu den Hotsprings.

Die Ufer sind mit Mangroven gesäumt und am Ende taucht ein kleiner Wasserfall auf. Es herrscht absolute Stille, nur das Plätschern des Wassers und das Zwitschern der Vögel durchbricht die magische Ruhe.

Ein kleiner Anlegesteg weist uns den Weg ins Bad.

Etwas verwittert wirkt die Badestätte, alles ist mit grünem Moos überzogen, einige Bretter könnten ausgetauscht werden, aber wir kennen solche Hot Springs mitten in der Natur bereits aus Alaska und sind da nicht so zimperlich.

Ca. 30 Grad hat das Süsswasserbecken und der Strom des ablaufenden Wassers zeigt, dass hier sehr viel Wasseraustausch stattfindet. Wir können nicht wiederstehen. Wir rubbeln und schrubben uns so richtig, waschen uns die Haare und genießen dieses paradiesische Fleckchen bis unsere Haut ganz verschrumpelt und aufgeweicht ist.

Drei Tage lang wiederholen wir jeden Morgen dieses Ritual. Wir sind ganz alleine, kein Boot, kein Mensch stört unsere Ruhe und wir lassen die Seele baumeln und tanken frische Energie. In dieser Einsamkeit und Abgeschiedenheit ohne Menschen, ohne Internet und dem Lärm und Gestank von Autos wird der Kopf wieder klar!
Das tut uns gut, sehr gut sogar!

Neukaledonien - Ile des Pins
20. Oktober 2018
Von giftigen Schlangen, einem Dugong, das sich seine Welt mit Schildkröten und Pilotfischen teilt und einer erfolglosen Unterwasseraktionen im Trüben!
Neukaledonien ist von der weltgrößten Lagune umschlossen und ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Hier im Hafen von Kuto braucht man nicht einmal ins Wasser zu gehen, um in den Genuss des Anblicks von exotischen Meerestieren zu kommen. Jeden Morgen schwimmen 2 grosse Schildkröten durch die Bucht und mittlerweile leben 8 Pilotfische unter Cayenne. Lotsenfische werden die eigenartig anzusehenden grauen Fische auch genannt, weil sie angeblich Haie zu ihrer Beute führen.

Ein Dugong lebt ebenfalls hier und dort wo Seegras am Meeresboden wächst, sehen wir die scheue Sehkuh hin und wieder auf- und abtauchen.
Das Highlight der hiesigen Fauna war für mich aber der beinahe hautnahe Kontakt mit der extrem giftigen blaugrau gestreiften Seeschlage, die sich bei unseren Freunden in der Backkiste eingenistet hat.

Seeschlangen gehören zu den Giftnattern und ihr Biss ist tödlich. Eigentlich sind sie friedlich und scheu, aber leider verfangen sie sich recht oft in den engmaschigen Netzen der Garnelenfischer. Mitte Oktober starb ein junger Mann in Australien innerhalb von wenigen Stunden am Biss dieses marinen Reptils.

Unser Nachbar Ding ist Engländer und er ist grad ziemlich verzweifelt. Er hat auf einer Insel 35 Seemeilen von hier einen Flügel seines Propellers verloren. Zwar besitzt er einen Ersatzpropeller, aber er kann selber nicht tauchen, um den auszutauschen, weil er gerade eine Netzhautoperation machen hat lassen.
Ein anderer Seglerkollege aus den USA hat das Equipment an Bord und ist ein erfahrener Taucher. Er bietet seine Hilfe an, aber nur unter der Bedingung, dass ihm jemand unter Wasser assistiert bei den Arbeiten.
Ich hab zwar einen Tauchschein, aber überhaupt keine Freude daran jetzt ins Wasser zu gehen, wo ich gerade die giftige Seeschlange gesehen habe und die 8 riesigen Pilotfische unter Cayenne wohnen. Ausserdem ist das Wasser total trüb.

Gut ein Dutzend Boote liegen hier vor Anker, da wird sich doch wohl ein gestandenes Mannsbild finden, der das machen kann! Denkste! Entweder wollen die Männer nicht, oder sie können es nicht, weil sie keine Ausbildung haben. Also erbarme ich mich und hole meinen dicken Neoprenanzug aus der Backkiste. Dass die Angelegenheit in 20 Minuten erledigt wäre, das konnte ich nicht glauben und mir wird schnell einmal kalt beim Tauchen.

Das mit dem dicken Neoprenanzug war übrigens eine kluge Entscheidung von mir, denn erstens war das Unterwasserschiff von Ding übersät mit scharfkantigen Seepocken, an denen ich mich sonst leicht verletzt hätte und zweitens waren Peter und ich 1 1/2 Stunden unter Wasser mit der Demontage des alten Propellers beschäftigt.

Genutzt hat alles nix, das Ding ging einfach nicht ab….

15. Oktober 2018
Was ist Bougna, wer erweckt Kuto aus seinem Dornröschenschlaf und warum ich im Paradies an die Schuhplattler denke….
Die Pinieninsel hat auf französisch einen sehr schön klingenden Spitznamen: „L`ile la plus proche du paradis“ - was übersetzt bedeutet: "die nächste Insel zum Paradies“. Allein dieser vielversprechende Kosename, der in diversen Werbemagazinen verwendet wird, zieht die Touristen wahrscheinlich magisch an. Kein Wunder, dass wöchentlich mindestens 2 Kreuzfahrtschiffe hier im Hafen liegen.

Dann ist es natürlich vorbei mit der Ruhe in diesem ansonsten recht idyllischen Ort. Die Verwandlung des sich im Dornröschenschlaf befindlichen Kuto erfolgt innerhalb von Minuten und ist unübersehbar!
Der Anlegesteg ist dann mit handgefertigten Bastelarbeiten geschmückt und die Gäste des Kreuzfahrtschiffes dürfen (müssen) paarweise durch ein schönes, mit Blumen verziertes, Palmentor schreiten. Praktischerweise steht da ein Fotograf parat, der diesen Höhepunkt bildlich festhält und (für ein kleines Vermögen) sein Werk später zum Kauf anbietet.

Lokales Kunstwerk ziert den Hafen.

Eine einheimische Tanzgruppe befindet sich ebenfalls mit traditioneller Körperbemalung und Bastsöckchen vor Ort und heißt die Gäste auf ihre Art willkommen. Ich finde das schön, vor allem, weil das Theater ja nicht jeden Tag stattfindet. Es erinnert mich an unsere Trachten und die Schuhplattler in Österreich. Jedes Volk hat seine Tradition und seine Kultur. Ich mag das und schaue mir sowas immer wieder gerne an.

Fast ein kleines Dorf hat man hier innerhalb kürzester Zeit im Hafen aufgestellt.

Überall sind überdachte Läden, die Ramsch und Kitsch, aber auch schöne handgefertigte Souvenirs anbieten.

Aus Palmblättern werden Hüte, Handtaschen etc. angefertigt.

Und man kann den Frauen sogar dabei zusehen, wie sie diese schönen Sachen herstellen.

Natürlich gibt es auch massenweise Buden, die etwas zu Essen anbieten.

Das traditionelle melanesische Gericht Neukaledoniens heisst BOUGNA. Zu besonderen Anlässen, wie Hochzeiten, traditionellen Festen oder eben um Gäste willkommen zu heissen, bereitet man dann eine Mischung aus diversen Gemüsesorten (Süsskartoffel, Taro- oder Yamwurzeln) mit Fisch, Meeresfrüchten oder Fleisch in einer Kokosmilchsauce vor. Das ganze wird fest in Bananenblätter gepackt und im Erdofen auf heissen Steinen 1-2 Stunden gegart.

Einige Stunden lang bleibt das Kreuzfahrtschiff im Hafen. Mein kommt es frühmorgens und fährt gegen 15 Uhr wieder ab. Während dieser Zeit geht es rund an Land. Neben Essen, Trinken und Souvenirs werden noch Tänze und Musik von den Einheimischen dargeboten, Busse transportieren Menschenmassen quer durch die Insel zu den diversen Sehenswürdigkeiten und die ansonsten leeren Strassen sind stark frequentiert.

Natürlich ist das alles extra für die Touristen arrangiert und vorbereitet, aber wie soll man sonst einen Eindruck erhalten, wie die Einheimischen früher hier gelebt haben oder auch heute noch ihre Feste feiern?

Gegen Mittag werden die Gäste wieder zum Kreuzfahrtschiff zurück gebracht. Das geht sehr zivilisiert und organisiert von statten. Muss es auch bei hunderten oder tausenden Menschen.

Und kaum ist das riesige Schiff wieder weg, da haben wir diese, dem Paradies so nahe, Insl wieder ganz für uns alleine.

11. Oktober 2018
Kuto
Eine Rad- und eine Bergtour!
Seit fast einer Woche liegen wir vor Anker in der malerischen Bucht von Kuto auf Ile des Pins. Die Bucht ist voll mit Segelbooten was angeblich untypisch ist, aber die Go-West Rallye ist in Neukaledonien eingetroffen und einige Teilnehmer davon sind eben auch hier. Uns stört das nicht, denn die Segler sind alle sehr nett und es gibt genug Platz hier. Außerdem ist der Anblick der sich wiegenden Boote im türkisblauen Wasser vom Strand aus wunderschön anzusehen.

Apropos Strand: Schneeweisser Sand, der sich beim Betreten desselben, weich wie Puderzucker in die Zwischenräume der Zehen schmiegt, umsäumt die ganze Bucht! Noch nie in meinem Leben hatte ich so feinen Sand unter meinen Füssen!

Morgens wenn ich aufwache und mich umsehe, blendet mich eine Palette von Blautönen!

Kuto besitzt 2 dieser atemberaubenden Buchten. Selbstverständlich gibt es einige Hotelanlagen hier. Es ist ein Paradies zum Schnorcheln, Schwimmen, Sonnenbaden oder einfach nur um Urlaub zu machen und die Seele baumeln lassen.

Ca. 1 km nördlich der Bucht befinden sich 2 kleine Läden, wo man Grundnahrungsmittel und sogar frisches Obst und Gemüse bekommt. Gleich visavis der Boulangerie sieht man eine überwucherte Ruine. Das war früher einmal ein Gefängnis. Im späten 19. Jahrhundert wurden Sträflinge von Frankreich und Algerien hierher deportiert. Der Friedhof liegt auch gleich nebenan.

Der höchste Punkt von Kuto ist der Pic N`ga. Auf 262 m Höhe befindet sich das Gipfelkreuz! Ja, ich weiß, das ist jetzt nicht wirklich hoch für einen Bergsteiger, aber glaubt mir der Anstieg hatte es in sich!

Aber der Ausblick hat sich wie immer gelohnt!

Am vergangenen Sonntag unternahmen wir mit unseren Freunden von der Tigoning und Hermann von der Pacific eine ausgedehnte Radtour.

Zuerst ging es nördlich in Richtung Flughafen. Nach 8 km gelangten wir zu einer Abzweigung, die uns in den tiefen Wald führte. Nach einigen hundert Metern fanden wir wonach wir gesucht hatten.
Die Grotte de la Troisieme! Mit Stirnlampe ausgerüstet klettern wir ins Innere der Höhle. Der Abstieg in die Grotte ist steil und glitschig und wir tasten uns vorsichtig voran.
Tief im Inneren sehen wir Fledermäuse und ganz tief unten befindet sich ein kleiner Frischwassersee!

Weiter geht unsere Tour in nordöstlicher Richtung bis zur schönen Haie d`Oro. Plötzlich finden wir uns am Eingang zu einem Naturelle Pool wieder. Der Eintritt kostet umgerechnet kaum 2 Euro und, obwohl wir nicht wirklich wissen, was uns erwartet, lassen wir die Fahrräder am Eingang stehen und machen uns auf Erkundungstour.

Der Weg zum Piscine Naturelle führt uns durch ein Gezeitengebiet, das umgeben ist von den Araucaria Pinnen, die der Insel auch den Namen geben. Fast 20 Minuten waten wir über den schlammigen Boden- viele tausend winzige Seesterne sehen wir.

Dann endlich sind wir da. Das Wasser ist türkis, das Pool geschützt durch ein Riff. Alison und Randall unsere beiden Botaniker sind ausgerüstet mit Badezeug, Schnorchel und Flossen und machen sich auf die Suche nach ein paar endemischen Fischen. Alison hat eine Unterwasserkamera dabei und erzählt uns im Nachhinein dass sie innerhalb von 15 Minuten 53 verschiedene Spezien am Video hatte, wovon sie 3 noch nie in Natura gesehen hatte. Sie arbeitet ehrenamtlich für eine Meeresforschungsorganisation und freut sich natürlich riesig über ihre Entdeckung!

In der Hotelanlage des Meridian gönnen wir uns eine kurze Verschnaufpause und einen exzellenten Kaffee.

Es hat jetzt so richtig zu schütten begonnen und wir haben erst die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht. Es hilft kein Jammern, Sonnenschein würde es auch nicht leichter machen!

Aber als wir nach 38 km Tagesstrecke endlich wieder in Kuto eintreffen, scheint bereits wieder die Sonne und das Paradies macht seinem Namen wieder alle Ehre!

Neukaledonien - Noumea
30. September 2018
Unser Video von der Überfahrt: Fidschi nach Neukaledonien! Viel Vergnügen!
28. September 2018
Bienvenue - Nouvelle Caledonie!!!
Im Land von Brie, Baguette und Rotwein - und unser Bericht von der „pretty“ ungemütlichen Überfahrt!
Am vergangenen Donnerstag sind wir um 10 Uhr morgens, nachdem ich noch eine letzte Runde Yoga am Vorschiff absolvierte und wir dann noch ein gemütliches Frühstück im Cockpit einnahmen, gut gestärkt Anker hoch gegangen. Circa 650 Seemeilen lagen vor uns bis nach Noumea, der Hauptstadt und dem Einklarierungshafen von Neukaledonien.
Moderate Winde von Südosten füllten die Segel, gut gerefft liefen wir flott unter Rumpfgeschwindigkeit unserem Ziel entgegen. Mein Kapitän ist in seinem Element und er wagt es euphorisch zu prophezeien: „Ich denke, das wird mal eine angenehme Passage werden. Wenn alles gut geht, dann können wir in weniger als 5 Tagen in Port de France einlaufen“.
Die erste Nacht auf See ist immer mühsam, die zweite Nacht meist besser, denn da gewöhnt man sich an den Zustand des permanenten Seeganges. Die dritte Nacht auf See sollte dann bereits Routine sein.
In unserem Fall war die dritte Nacht einfach schrecklich. Der Wind drehte auf Südsüdwest und blies mit 5 Beaufort. Die See war rauh und die Wellen kurz und steil.
Am 4. Morgen war ich ziemlich wackelig auf den Beinen und fühlte mich, wie nach einer langen, schweren Grippe. Ausgelaugt, müde und kraftlos! Hannes erging es nicht viel besser. Der Kaffee wollte nicht so richtig schmecken und das Frühstück fiel sehr spartanisch aus. Obwohl wir eigentlich beide sehr hungrig waren, bekamen wir kaum einen Bissen runter.
“Wir laufen genau auf Anatom zu. Die Insel gehört zu Vanuatu und in 2 Stunden könnten wir in einer geschützten Bucht ankern. Wir können hier aber nicht einklarieren, ich habe uns nicht avisiert….was meinst Du?“ Hannes sieht mich fragend an. Ich brauche keine weitere Aufforderung. Mir ist hundeelend, ich will etwas essen und mich dann ausschlafen! Wir hissen die (gelbe) Q-Flagge, den internationalen Zollstander, der gesetzt werden muss, bevor man in den Hafen eines neuen Landes einläuft. Man zeigt damit, dass man vom Ausland kommt und noch nicht einklariert hat.
Nach genau 3 Tagen und 2 Stunden fällt unser Anker nach 457 Seemeilen in der malerischen Bucht von Itchepthav Bay in 8 m Tiefe und hält bombenfest.
Ich bereite uns ein warmes Mittagessen, mache etwas klar Schiff und dann schlafen wir tief und fest. Gegen Abend werden wir munter und beschließen auch die folgende Nacht noch hier zu verbringen, dann müsste sich die Wetterlage etwas beruhigt haben und wir würden den Rest der Strecke in Angriff nehmen.
Am nächsten Tag fühlen wir uns wirklich gut ausgeruht und kurz nach Sonnenaufgang sind wir schon wieder unterwegs. Das Meer hat sich tatsächlich beruhigt und wir haben wieder 20 Knoten aus Südost mit 2 m See. Sportliche und schöne Segelstunden folgen.
Aber die Nacht wird wieder zu einer eher ungemütlichen. Wir passieren die Insel Maree, die zu den Loyalitätsinseln gehört. Diese Inselgruppe ist zwar ebenfalls Teil des französischen Überseeterritoriums von Neukaledonien, man benötigt hier aber eine Sondergenehmigung, um einklarieren zu können. Wir haben diese aber nicht.
Wir segeln entlang Maree in ca. 7 Meilen Entfernung und es baut sich so eine unangenehme Welle auf, dass an Schlaf wieder nicht zu denken ist. Cayenne ist überhaupt nicht in ihrem Element und läuft sehr unrund!
Dann endlich gegen Mittag des nächsten Tages erreichen wir fast ziemlich genau bei Niedrigwasser die Havanna Passage. Problemlos können wir durch den Pass segeln und um 17 Uhr machen wir an der Boje in der Anse Majic fest. Wir sind in Neukaledonien und es gibt unser obligates Ankunftsessen nach längeren Überfahrten. Spaghetti und Rotwein!
Die noch fehlenden 32 Seemeilen bis in den Hafen von Noumea können wir am nächsten Tag bei herrlichem Wetter durchgehend segeln. Wir müssen zwar gegen die Strömung anlaufen und daher benötigen wir über 8 Stunden dafür. Der Anblick, der sich uns aber bei untergehender Sonne bietet ist einzigartig und unvergesslich. Dutzende Kite- und Windsurfer fliegen vor der Skyline von Noumea wie riesige Vögel über die tosende See und durch die Lüfte. Eine Regatta läuft grad aus dem Hafen aus und ein Katamaran saust einige Male an uns vorbei!
Ein fantastischer Anblick! Wir sind angekommen in Noumea!
All die Strapazen der vergangenen Tage sind vergessen, wir freuen uns jetzt auf Brie, Baguette und Rotwein! Es ist bereits nach Sonnenuntergang, als wir unseren Anker neben einen bekannten Katamaran werfen. Neben uns liegt Hannes mit seinem Optimist, den wir 2010 in der Karibik das letzte Mal gesehen haben. Damals war er noch mit seiner Pukuri unterwegs. Die Wiedersehensfreude ist riesig und die Nacht wird lang!
Das Einklarierungsprozedere könnte einfacher nicht sein. Wir suchen Zoll, Biosecurity und Immigrationsbehörde auf, füllen Papiere aus, zeigen Pässe und bekommen 12 Monate Aufenthaltsgenehmigung. Ich gebe an, dass ich noch 1,5 kg frisches Gemüse an Bord habe und der Beamte bittet mich, ihm dieses um 14 Uhr im Marinagebäude zu übergeben. Gesagt getan und einklariert waren wir! Bienvenue Noumea!