Reise 2018 Neukaledonien


Neukaledonien - Ile des Pins

15. Oktober 2018

Was ist Bougna, was erweckt Kuto aus seinem Dornröschenschlaf und warum ich im  Paradies an die Schuhplattler denke….

Die Pinieninsel hat auf französisch einen sehr schön klingenden Spitznamen: „L`ile la plus proche du paradis“ - was übersetzt bedeutet: "die nächste Insel zum Paradies“. Allein dieser vielversprechende Kosename, der in diversen Werbemagazinen verwendet wird, zieht die Touristen wahrscheinlich magisch an. Kein Wunder, dass wöchentlich mindestens 2 Kreuzfahrtschiffe hier im Hafen liegen. 

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Dann ist es natürlich vorbei mit der Ruhe in diesem ansonsten recht idyllischen Ort. Die Verwandlung des sich im Dornröschenschlaf befindlichen Kuto erfolgt innerhalb von Minuten und ist unübersehbar!

Der Anlegesteg ist dann mit handgefertigten Bastelarbeiten geschmückt und die Gäste des Kreuzfahrtschiffes dürfen (müssen) paarweise durch ein schönes, mit Blumen verziertes, Palmentor schreiten. Praktischerweise steht da ein Fotograf parat, der diesen Höhepunkt auch bildlich festhält und (für ein kleines Vermögen) sein Werk später zum Kauf anbietet. 

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Lokales Kunsthandwerk ziert den Anlegesteg: 

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Eine einheimische Tanzgruppe befindet sich ebenfalls mit traditioneller Körperbemalung und Baströckchen vor Ort und heißt die Gäste auf ihre Art willkommen. Ich finde das schön, vor allem, weil das Theater ja nicht jeden Tag stattfindet. Es erinnert mich an unserer Trachten und die Schuhplattler in Österreich. Jedes Volk hat seine Tradition und seine Kultur. Ich mag das und schaue mir sowas immer wieder gerne an. 

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Fast ein kleines Dorf hat man hier innerhalb kürzester Zeit im Hafen aufgestellt. 

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Überall sind überdachte Läden, die Ramsch und Kitsch, aber auch schöne handgefertigte Souvenirs anbieten. 

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Aus Palmblättern werden Hüte, Handtaschen etc. angefertigt. 

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Und man kann den Frauen sogar dabei zusehen, wie sie diese schönen Sachen herstellen.

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Natürlich gibt es auch massenweise Buden, die etwas zu Essen anbieten. 

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Das traditionelle melanesische Gericht Neukaledoniens heisst BOUGNA. Zu besonderen Anlässen, wie Hochzeiten, traditionellen Festen oder eben um Gäste willkommen zu heißen, bereitet man dann eine Mischung aus diversen Gemüsesorten (Süsskartoffel, Taro- oder Yamwurzeln etc) mit Fisch, Meeresfrüchten oder Fleisch in einer Kokosmilchsauce vor. Das ganze wird fest in Bananenblätter gepackt und im Erdofen auf heißen Steinen 1-2 Stunden gegart. 

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Einige Stunden lang bleibt das Kreuzfahrtschiff im Hafen. Meist kommt es frühmorgens und fährt gegen 15 Uhr wieder ab. Während dieser Zeit geht es rund an Land. Neben Essen, Trinken und Souvenirs werden noch Tänze und Musik von den Einheimischen dargeboten, Busse transportieren Menschenmasse quer durch die Insel zu den diversen Sehenswürdigkeiten und die ansonsten leeren Strassen sind stark frequentiert. 

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Natürlich ist das alles extra für die Touristen arrangiert und vorbereitet, aber wie soll man sonst einen Eindruck erhalten, wie die Einheimischen früher hier lebten oder auch jetzt noch ihre Feste feiern?

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Gegen Mittag werden die Gäste wieder zum Kreuzfahrtschiff zurück gebracht. Das geht sehr zivilisiert und organisiert von statten. Muss es auch bei hunderten oder tausenden Menschen. 

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Und kaum ist das riesige Schiff wieder weg, haben wir diese, dem Paradies so nahe, Insel wieder ganz für uns alleine ;-)

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11. Oktober 2018

Kuto 

Eine Rad- und eine Bergtour!

Seit fast einer Woche liegen wir vor Anker in der malerischen  Bucht von Kuto auf Ile des Pins. Die Bucht ist voll mit Segelbooten, was angeblich untypisch ist, aber die Go-West-Ralley ist in Neukaledonien eingetroffen und einige Teilnehmer davon sind eben auch hier. Uns stört das nicht, denn die Segler sind alle sehr nett und es gibt genug Platz hier. Außerdem ist der Anblick der sich wiegenden Boote im türkisblauen Wasser vom Strand aus ist wunderschön anzusehen. 

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Apropos Strand: Schneeweisser Sand, der sich beim Betreten desselben, weich wie Puderzucker in die Zwischenräume der Zehen schmiegt, umsäumt die gesamte Bucht. Noch nie in meinem Leben hatte ich so feinen Sand unter meinen Füßen!

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Morgens, wenn ich aufwache und mich umsehe, blendet mich eine Palette von Blautönen!

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Kuto besitzt 2 dieser atemberaubenden Buchten. Selbstverständlich gibt es einige Hotelanlagen hier - es ist ein Paradies zum Schnorcheln, Schwimmen, Sonnenbaden oder einfach nur Urlaub zu machen und die Seele baumeln lassen!

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Ca. 1 km nördlich der Bucht befinden sich 2 kleine Läden, wo man Grundnahrungsmittel und sogar frisches Obst und Gemüse bekommt. Gleich visavis der Boulangerie sieht man eine überwucherte Ruine. Das war früher einmal ein Gefängnis. Im späten 19. Jahrhundert wurden Sträflinge von Frankreich und Algerien hierher deportiert. Der Friedhof liegt auch gleich nebenan. 

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Der höchste Punkt von Kuto ist der Pic N`ga. Auf 262m Höhe befindet sich  das Gipfelkreuz! Ja, ich weiß, das ist jetzt nicht wirklich hoch für einen Bergsteiger, aber glaubt mir, der Anstieg hatte es wirklich in sich. 

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Aber der Ausblick hat sich wie immer gelohnt!

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Wir hatten auch Glück mit dem Wetter. Der Himmel war mit Wolken bedeckt und eine leichte Brise sorgte für permanente Abkühlung. 

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Am vergangenen Sonntag unternahmen wir mit unseren Freunden von der Trigoning und Hermann von der Pacifico eine ausgedehnte Radtour. 

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Zuerst ging es nördlich in Richtung Flughafen. Nach 8 km gelangen wir zu einer Abzweigung, wo eine Schotterstrasse in den tiefen Wald führt. Nach einigen hundert Metern finden wir wonach wir gesucht hatten. 

Die Grotte de la Troisieme! Mit Stirnlampe ausgerüstet klettern wir ins Innere der Höhle. Der Abstieg in die Grotte ist steil und glitschig, wir tasten uns vorsichtig voran. 

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Tief im Inneren sehen wir Fledermäuse und ganz tief unten befindet sich ein kleiner Frischwassersee. Hier endet unsere Entdeckungstour! (Es gibt übrigens 2 Eingänge in die Grotte!) Hat sich auf jeden Fall gelohnt der Abstecher!

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Weiter geht unsere Tour in nordöstlicher Richtung bis zur schönen Baie d`Oro. Plötzlich finden wir uns am Eingang zu einem Naturelle Pool wieder. Der Eintritt kostet umgerechnet nicht ganz 2 Euro und, obwohl wir nicht wirklich wissen, was uns erwartet, lassen wir unsere Fahrräder am Eingang stehen und machen uns auf den Weg zum Pool. 

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Der Weg zum Piscine Naturelle führt uns durch ein Gezeitengebiet, das umgeben ist von den Araucaria Pinien, die der Insel auch den Namen geben. Fast 20 Minuten waten wir über den schlammigen Boden - viele tausend winzige Seesterne sehen wir hier!

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Dann endlich sind wir da. Das Wasser ist türkis, das Pool geschützt durch ein Riff. Alison und Randall unsere beiden Botaniker sind ausgerüstet mit Badezeug, Schnorchel und Flossen und machen sich auf die Suche nach ein paar endemischen Fischen. Alison hat eine Unterwasserkamera dabei und erzählt uns im nachhinein, dass sie innerhalb von 15 Minuten 53 verschiedene Fische am Video aufnehmen konnte, wovon sie 3 noch nie in Natura gesehen hatte. Sie arbeitet ehrenamtlich für eine Meeresforschungsorganisation und freut sich natürlich riesig über diese Entdeckung! 

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In der Hotelanlage des Meridien gönnen wir uns eine kurze Verschnaufpause und einen exzellenten Kaffee!

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Es hat jetzt so richtig zu schütten angefangen und wir haben erst die Hälfte unserer Strecke hinter uns gebracht. 

Es hilft kein Jammern - Sonnenschein würde die Fahrt bergauf und bergab ja auch nicht einfacher machen! 

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Insgesamt haben wir heute mit dem Fahrrad 38 km zurückgelegt! 

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Und als wir wieder in Kuto eintreffen, scheint wieder die Sonne!

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06. Oktober 2018

Neukaledonien!

Eingelebt! 

Dies und Das …..

Die ersten Tage in Neukaledonien verbrachten wir in Noumea mit Einleben und der Organisation von diversen Dingen. Lebensmittel werden aufgefüllt, eine Sim-Karte für das Internet muss organisiert werden und dann stolpert Hannes gleich im ersten Marineshop über eine Ankerwinsch! Es handelt sich ebenfalls um eine Lofrans, genau so eine, wie wir haben und die wir in Australien austauschen wollten. Mein Französisch ist sehr beschränkt und auf meine Frage, ob wir das Teil steuerfrei bekommen können, weil wir ja eine Yacht in Transit sind, schüttelte der Verkäufer den Kopf und zuckte mit den Schultern….es tut ihm leid, aber das ginge nicht, habe ich seine unverständlichen Worte interpretiert. Verwundert sah ich dann auf der Rechnung, dass keine Mehrwertsteuer ausgewiesen war. Also doch steuerfrei! Eine Recherche im Internet ergab, dass es auf gewisse Teile, die aus Europa eingeführt werden, zwar Zölle und Einfuhrsteuern gäbe, aber eben keine VAT (value added tax). 

2 Tage nach unserem Kauf waren die meisten Geschäfte geschlossen und uns wurde erzählt, dass dies deshalb so sei, weil in Neukaledonien das Steuersystem geändert wird an diesem Tag! Tatsächlich - nun gibt es auch hier in Neukaledonien eine Endverbrauchsteuer und für Luxusartikel, wie es eben ein Ersatzteil für ein Boot ist (!) wird nun eine sales tax  von 22 % einbehoben!  Da hatten wir wirklich einmal Glück gehabt! (Eine Packung Zigaretten kostet nun umgerecht fast 18 Euro - gut, dass wir keine Raucher sind!)

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Natürlich steckt dann beim Einbau der neuen Lofrans doch mehr Arbeit dahinter, als man immer annimmt, denn wir müssen die Ankerwinsch natürlich auf unsere Bedingungen anpassen. Hannes ist fast 2 Tage damit beschäftigt - und das alles am Anker, wo wir teilweise bis zu 25 Knoten Wind und eine ziemliche Schaukelei hatten. 

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Die HMAS Canberra, benannt nach der Hauptstadt Australiens, gehört zur Königlich Australischen Marine und ist ein Amphibisches Angriffsschiff! Sie war ein paar Tage im Hafen von Noumea.

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Von Noumea haben wir ansonsten bis jetzt nicht viel gesehen. Das holen wir ein anderes Mal nach. Das Wetterfenster schien nämlich genau 2 Tage passend zu sein, um zu den Ile des Pins zu segeln. 

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Die Pinieninsel liegt ca. 60 Seemeilen südöstlich von Noumea und wir haben diese Strecke mit einem Zwischenstop in Ile Ouen in diesen 2 Tagen auch wunderbar geschafft. Es waren ausnahmsweise wirklich einmal traumhafte Bedingungen!

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Nun liegen wir in einer malerischen Bucht in türkisem Wasser, umgeben von einem weißen Sandstrand, der die Konsistenz von feinem Mehl hat!

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Das Wetterfenster haben auch andere Segler genutzt und so treffen wir hier schon wieder auf viele bekannte Gesichter!

Gemeinsam mit dem deutschen Einhandsegler Hermann von der Pazifico und Alison und Randall von der Trigoning, die wir schon aus Hawaii kennen, machen wir einen ersten Landfall und genießen einen Ankunftsdrink auf der wunderschönen Terrasse eines Hotels. 

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Am nächsten Tag wird auf die Cayenne geladen. Ich mache erstmals Sheppards Pie, aber eben auf pflanzenbasierter Basis. Das sind dann diverse Gemüsesorten mit Linsen eingekocht und darüber eine dicke Kartoffelpürreeschicht. Das ganze wird dann noch im Ofen überbacken! Sehr köstlich wars. Und bei der netten Gesellschaft schmeckt ja sowieso ein jedes Essen ;-)

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Neukaledonien - Noumea

30. September 2018

Unser Video von der Überfahrt: Fidschi nach Neukaledonien! Viel Vergnügen!

28. September 2018

Bienvenue - Nouvelle Caledonie!!! 

Im Land von Brie, Baguette und Rotwein - und unser Bericht von der „pretty“ ungemütlichen Überfahrt!

Am vergangenen Donnerstag sind wir um 10 Uhr morgens, nachdem ich noch eine letzte Runde Yoga am Vorschiff absolvierte und wir dann noch ein gemütliches Frühstück im Cockpit einnahmen, gut gestärkt Anker hoch gegangen. Circa 650 Seemeilen lagen vor uns bis nach Noumea, der Hauptstadt und dem Einklarierungshafen von Neukaledonien. 

Moderate Winde von Südosten füllten die Segel, gut gerefft liefen wir flott unter Rumpfgeschwindigkeit unserem Ziel entgegen. Mein Kapitän ist in seinem Element und er wagt es euphorisch zu prophezeien: „Ich denke, das wird mal eine angenehme Passage werden. Wenn alles gut geht, dann können wir in weniger als 5 Tagen in Port de France einlaufen“. 

Die erste Nacht auf See ist immer mühsam, die zweite Nacht meist besser, denn da gewöhnt man sich an den Zustand des permanenten Seeganges. Die dritte Nacht auf See sollte dann bereits Routine sein. 

In unserem Fall war die dritte Nacht einfach schrecklich. Der Wind drehte auf Südsüdwest und blies mit 5 Beaufort. Die See war rauh und die Wellen kurz und steil.

Am 4. Morgen war ich ziemlich wackelig auf den Beinen und fühlte mich, wie nach einer langen, schweren Grippe. Ausgelaugt, müde und kraftlos! Hannes erging es nicht viel besser. Der Kaffee wollte nicht so richtig schmecken und das Frühstück fiel sehr spartanisch aus. Obwohl wir eigentlich beide sehr hungrig waren, bekamen wir kaum einen Bissen runter. 

“Wir laufen genau auf Anatom zu. Die Insel gehört zu Vanuatu und in 2 Stunden könnten wir in einer geschützten Bucht ankern. Wir können hier aber nicht einklarieren, ich habe uns nicht avisiert….was meinst Du?“ Hannes sieht mich fragend an. Ich brauche keine weitere Aufforderung.  Mir ist hundeelend, ich will etwas essen und mich dann ausschlafen! Wir hissen die (gelbe) Q-Flagge, den internationalen Zollstander, der gesetzt werden muss, bevor man in den Hafen eines neuen Landes einläuft. Man zeigt damit, dass man vom Ausland kommt und noch nicht einklariert hat. 

Nach genau 3 Tagen und 2  Stunden fällt unser Anker nach 457 Seemeilen in der malerischen Bucht von Itchepthav Bay in 8 m Tiefe und hält bombenfest. 

Ich bereite uns ein warmes Mittagessen, mache etwas klar Schiff und dann schlafen wir tief und fest. Gegen Abend werden wir munter und beschließen auch die folgende Nacht noch hier zu verbringen, dann müsste sich die Wetterlage etwas beruhigt haben und wir würden den Rest der Strecke in Angriff nehmen. 

Am nächsten Tag fühlen wir uns wirklich gut ausgeruht und kurz nach Sonnenaufgang sind wir schon wieder unterwegs. Das Meer hat sich tatsächlich beruhigt und wir haben wieder 20 Knoten aus Südost mit 2 m See. Sportliche und schöne Segelstunden folgen.

Aber die Nacht wird wieder zu einer eher ungemütlichen. Wir passieren die Insel Maree, die zu den Loyalitätsinseln gehört. Diese Inselgruppe ist zwar ebenfalls Teil des französischen Überseeterritoriums von Neukaledonien, man benötigt hier aber eine Sondergenehmigung, um einklarieren zu können. Wir haben diese aber nicht.  

Wir segeln entlang Maree in ca. 7 Meilen Entfernung und es baut sich so eine unangenehme Welle auf, dass an Schlaf wieder nicht zu denken ist. Cayenne ist überhaupt nicht in ihrem Element und läuft sehr unrund!

Dann endlich gegen Mittag des nächsten Tages erreichen wir fast ziemlich genau bei Niedrigwasser die Havanna Passage. Problemlos können wir durch den Pass segeln und um 17 Uhr machen wir an der Boje in der Anse Majic fest. Wir sind in Neukaledonien und es gibt unser obligates Ankunftsessen nach längeren Überfahrten. Spaghetti und Rotwein! 

Die noch fehlenden 32 Seemeilen bis in den Hafen von Noumea können wir am nächsten Tag bei herrlichem Wetter durchgehend segeln. Wir müssen zwar gegen die Strömung anlaufen und daher benötigen wir über 8 Stunden dafür. Der Anblick, der sich uns aber bei untergehender Sonne bietet ist einzigartig und unvergesslich. Dutzende Kite- und Windsurfer fliegen vor der Skyline von Noumea wie riesige Vögel über die tosende See und durch die Lüfte. Eine Regatta läuft grad aus dem Hafen aus und ein Katamaran saust einige Male an uns vorbei! 

Ein fantastischer Anblick! Wir sind angekommen in Noumea! 

All die Strapazen der vergangenen Tage sind vergessen, wir freuen uns jetzt auf Brie, Baguette und Rotwein! Es ist bereits nach Sonnenuntergang, als wir unseren Anker neben einen bekannten Katamaran werfen. Neben uns liegt Hannes mit seinem Optimist, den wir 2010 in der Karibik das letzte Mal gesehen haben. Damals war er noch mit seiner Pukuri unterwegs. Die Wiedersehensfreude ist riesig und die Nacht wird lang!

Das Einklarierungsprozedere könnte einfacher nicht sein. Wir suchen Zoll, Biosecurity und Immigrationsbehörde auf, füllen Papiere aus, zeigen Pässe und bekommen 12 Monate Aufenthaltsgenehmigung. Ich gebe an, dass ich noch 1,5 kg frisches Gemüse an Bord habe und der Beamte bittet mich, ihm dieses um 14 Uhr im Marinagebäude zu übergeben. Gesagt getan und einklariert waren wir! Bienvenue Noumea!