Reise 2019 Australien 


Australien - Tasmanien

23. März 2019

Bruny Island

Von Seebären, die winken, Lachsen, die nach Forelle schmecken und einem Trauerschwan, der glücklich macht. 

Bruny Island liegt südöstlich vor Tasmanien. Die Insel ist durch den D`Entrecasteaux-Kanal von der Hauptinsel getrennt und man fühlt sich sofort in eine andere Welt versetzt. Zuerst besuchen wir die Barnes Cove, die auf der Nordinsel liegt. Auf dem Weg dorthin winken uns Seebären zu. Von der Ferne sehen sie aus, wie ein Blumenstock, der da aus dem Wasser ragt. Erst beim Näherkommen sehen wir die Robben, die ihre Köpfe unter Wasser halten und mit ihren Flossen heftig winken. 

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Wir ankern und genießen die Ruhe. Es sind noch ein paar andere Boote hier, aber keine Menschenseele ist zu sehen. 

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Die Häuser sind bewohnt, das sieht man. Aber offensichtlich sind die Leute gerade bei der Arbeit. 

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Man bereitet sich auch hier auf den Winter vor:

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Es ist früher Nachmittag, als ich einen längeren Spaziergang durch den winzigen Ort und die schöne Landschaft mache. 

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Fast eine Stunde wandere ich in eine Richtung. Ich begegne niemandem, außer ein paar Faltern, Käfern, Papageien und anderen Vögeln, die sich aber nicht ablichten lassen von mir. Außer dem Graureiher - der fühlt sich offensichtlich sicher genug auf diese Distanz. 

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Dann drehe ich um. Hannes hat mich nicht begleitet, er wird mich aber abholen und ich will ihn nicht zu lange warten lassen. 

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Auf dem Rückweg sehe ich ein tasmanisches Pfuhlhuhn. Dieser Vogel ist hier endemisch und flugunfähig, aber gehört noch nicht zu einer bedrohten Tierart. Die Native-Hen, wie sie hier genannt wird, ist aber sehr scheu. Kaum sieht sie mich, flieht sie auch schon ins nächste Gebüsch. Als ob gerade von mir irgendeine Gefahr drohen könnte…tztztz!

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Und dann sehe ich wieder den schwarzen Schwan. Er sieht mich mit seinen roten Augen an und zieht mich magisch an. Ich fühle, dass er will, dass ich näher kommen soll.

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Das tue ich auch, ganz langsam nähere ich mich ihm. Nun trennen uns nur noch ein paar wenige Meter. Er ist im Wasser und ich stehe auf dem, von der Tide freigelegten, matschigen Sand.  Er schwimmt auf mich zu und wenn ich die Hand ausstrecken würde, könnte ich ihn jetzt berühren. 

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Gute 5 Minuten verbringe ich so hockend vor ihm und wir schauen uns tief in die Augen. Ich lasse meine Gedanken schweifen. Es fühlt sich an, als ob ich mit ihm kommunizieren könnte. Dabei belasse ich diese Geschichte jetzt auch, aber, als ich mich von ihm verabschiede, habe ich nicht nur einen schönen Film und ein paar tolle Fotos in meiner Kamera, sondern auch eine neue Zuversicht, die ich nicht in Worte fassen kann und will. 

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Dann begegne ich doch noch einem Pärchen am Anlegesteg. Sie sind so um die 70 Jahre und der Mann erzählt mir, dass er hier geboren ist. Einen schwarzen Schwan bekommt man hier kaum zu Gesicht, zweifelt er meinen Bericht an. Er meint, ich hätte wohl einen Kormoran gesehen! Um meine Glaubwürdigkeit zu untermauern, muss ich ihm tatsächlich die Bilder zeigen. Überrascht schmunzelt der Australier, schüttelt noch immer ungläubig den Kopf und dann fährt er mit seiner Frau zum Fischen raus.

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2 Stunden später kommt das Pärchen zu Cayenne und bringt uns fangfrischen Australischen Lachs zum Abendessen! Wir freuen uns sehr über diese nette Geste!

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Dieser Lachs hat nichts mit dem herkömmlichen Atlantik oder Alaska-Lachs zu tun. Er wird auch Bucht-Forelle genannt und schmeckt auch so ähnlich. 

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Unsere beiden sind auf jeden Fall ausgezeichnet. Festes weißes Fleisch und mit viel Knoblauch und Olivenöl eine wahre Delikatesse.

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Zur Feier des Tages gönnen wir uns auch einen eisgekühlten Sauvignon Blanc, der aus der Südinsel von Neuseeland stammt. Life seems to be good! 

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Zum Schluss dieses Eintrages, die vielleicht - zumindest für einige von Euch - wichtigste Information: Hannes geht es nicht besser, leider nein. Aber er ist weiterhin stabil. Er kann noch immer keine Winschen bedienen und er hat noch immer starke Schmerzen in den Schultern und Handgelenken. 

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Diejenigen von Euch, die unter Arthritis oder Arthrose leiden, können seinen Zustand wohl am besten nachvollziehen. Eine enorme Menge Geduld und die Zuversicht, dass alles wieder einmal gut wird - das ist momentan wohl die größte Herausforderung auf Cayenne. Und als ob der Schwan auch meinem Hannes genau diese Zuversicht mitteilen wollte, kam er uns nach dem Abendessen auch noch einmal am Ankerplatz besuchen: 

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18. März 2019

Wieder alleine an Board und Ruhe auf: 

42°51´34“S und 147°18“20´E 

Unsere Andrea hat uns nach 7 gemeinsamen Wochen in Hobart verlassen. Wir haben die Zeit mit ihr sehr genossen und sie als sehr zuverlässiges und unkompliziertes Crewmitglied nur ungern wieder ziehen lassen. 

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Die vergangenen Wochen waren nicht einfach auf der Cayenne, weil es unserem Kapitän gesundheitlich gar nicht gut ging. Umso mehr hat uns die Gelassenheit und die permanent gute Laune unserer Andrea beeindruckt und unserer Seele gut getan. Sie packte mit an, wo sie konnte, war immer gut gelaunt und stellte keinerlei Ansprüche. Sie war uns wirklich eine große Hilfe - Danke nochmals, liebe „Lieblingsandi“!

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Obwohl wir „Mädel“ versuchten unseren Skipper nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen, waren diese (grob) 600 Meilen von Sydney nach Hobart kein Honiglecken für den Kapitän. Die Törnplanung, das Wetter und nicht zu vergessen die große Verantwortung für das Schiff und seine Crew lagen ganz alleine in seinem Aufgabenbereich und waren bestimmt sehr anstrengend und stressig für ihn. 

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Es geht ihm seit einer Woche etwas besser, von „gut“ oder „gesund“ kann noch keine Rede sein. Er ist aber stabil seit vorigen Montag. Nachts kann er besser schlafen (noch immer mit Schmerzmittel) und das tut ihm offensichtlich auch gut. Die Schmerzen in den Schultern und den Oberschenkeladduktoren sind nach wie vor dieselben. Die Schwellungen in den Füssen und Händen sind aber „fast" abgeklungen. 

Er braucht jetzt sehr viel Ruhe und die bekommt er auch. 

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Hannes und ich haben gestern die geschäftige Stadt Hobart verlassen, um uns in die Natur zurück zu ziehen und Kraft tanken zu können.

Noch sind wir nicht weit gekommen. Wir segeln durch die Tasman Brücke im Dervent River in Richtung Norden, sehen uns die Prince of Wales Marina näher an, weil wir ja im Mai einen Platz für Cayenne brauchen und ankern dann vor dem alten Vorort New Town, ca. 4 km nördlich vom Stadtzentrum Hobart. 

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Von der Haupstadt Tasmaniens berichte ich ein anderes Mal mehr - denn diese wunderschöne Stadt hat mich sehr fasziniert und beeindruckt. 

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12. März 2019

Port Arthur & Hobart 

Wir liegen mit unserer Cayenne seit 2 Tagen am Pier in der Elizabeth St. in Hobart. Vor uns liegt die legendäre „Windeward Bound“ . Eine wunderschöne und geschichtsträchtige Brigantine mit 2 Masten. 

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Durch Zufall kenne ich die Windeward Bound und ihre Story aus einer Dokumentation über Tasmanien, die ich mir vor einiger Zeit schon angesehen hatte. Da sie das einzige Schiff dieser Art im Hafen von Hobart ist, erkannte ich sie sofort wieder. Der 2-Master gehört Kapitän Sarah Parry und wird zur Zeit benutzt, um Jugendlichen das Segeln beizubringen. 

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Ich habe auch Susie, den ersten Offizier, bereits kennengelernt und hoffe, dass ich noch ein intensives Gespräch mit ihr oder Sarah Parry führen kann, dann werde ich eventuell mehr über die außergewöhnliche Frau Kapitän, die als junger erwachsener Mann als Taucher bei der Australischen Navy war, berichten können. 

Bevor wir aber hier in Hobart anlegten, verbrachten wir noch 2 Nächte vor der historischen Stätte von Port Arthur. 

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Die Anreise in den großen Hafen von Port Arthur rund um den Pillar Point mit seinen beeindruckenden riesigen Seeklippen war spektakulär. (Ich werde noch ein Video hierzu machen…)

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Port Arthur war eine Gefängnisanstalt der Sträflingskolonie Australiens und ist heute die Touristenattraktion von Tasmanien. Gestern war ein Kreuzfahrtschiff mit 2600 Gästen hier und morgen kommt eines mit 2900 Urlaubern. Wir nutzen den Tag dazwischen, um uns diese bedeutende Stätte anzusehen. 

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Die Anlage gehört seit 2010 zum UNESCO Weltkulturerbe. Von 1833 bis 1850 schickte Großbritannien die Sträfling mit der höchsten Strafe hierher. 

Das Gefängnis galt als eines der sichersten Anstalten seiner Zeit und wie auf Alcatraz in San Francisco wurde den Insassen erklärt, dass ein Entkommen unmöglich sei. 

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Dennoch gab es natürlich immer wieder Häftlinge, die das versuchten. Billy Hunt verkleidete sich zB als Känguru und das gelang ihm offensichtlich so gut, dass er die Wächter wirklich täuschen konnte. Leider waren die Wachen aber so hungrig und wollten das Känguru schießen, um ihren Speiseplan zu bereichern. Daraufhin gab sich Billy Hunt ziemlich schnell zu erkennen und ergab sich….

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Die ehemalige Kirche der Anstalt - oben.

Hier bekomme ich auch ein wildes Wallaby vor die Linse. Total verängstigt hockt es in der Wiese und ich hätte das kleine Känguru  beinahe mit einem wilden Hasen verwechselt. 

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Die Strafanstalt von Port Arthur ist riesig und man kann über 30 Gebäude besichtigen. Der Eintritt ist mit 40 AUS günstig, ist er doch für 2 Tage gültig und beinhaltet eine 40 minütigen Hafenrundfahrt mit einem Katamaran. 

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Über drei Stunden verbringen wir in diesem weitläufigen Areal. Dann ziehen dunkle Gewitterwolken auf und wir schauen, dass wir mit unserem Dingi wieder auf unsere Cayenne kommen. 

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Das Wetter schlägt hier in Tasmanien sehr schnell um. 

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Kaum waren wir an Bord, da begann es auch schon zu regnen. 

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Ab nach Hause!

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06. März 2019

Ein kleines Video von unserem Aufenthalt im Nationalpark von Maria Island / Tasmanien

03. März 2019

Tasmanien 

Mit weißen Haien über die Bass-Strait &

Segeln in den brüllenden Vierzigern &

Ankunft in Freycinet Island!

Für die 335 Seemeilen von Eden nach Freycinet Island benötigen wir 2 Tage (und natürlich auch 2 Nächte) und nicht ganz 8 Stunden.

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Die Überquerung der Bass-Strasse, der Meerenge, die Tasmanien vom australischen Festland trennt, ist aufregend. Zügig rauschen wir mit unserer Genua in Richtung Südwesten. Einige Male sehen wir eine Haiflosse neben Cayenne. Andrea und Hannes entdecken sogar eine, die einen halben Meter lang aus dem Wasser ragt - ich spreche hier von der Länge der Rückenflosse! Das muss ein großes Tier sein. Haie sind ja an und für sich nicht besonders groß, also wenn wir nicht gerade von den Walhaien oder Riesenhaien sprechen. Es soll aber die Great White hier geben, die vor allem in der Bass-Strait ihr Unwesen treiben. Der Weiße Hai wird bis zu 7 m lang und gehört zu den angriffslustigsten und bissigsten seiner Gattung. Gut, dass wir sicher sind vor ihnen auf unserer Cayenne.

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Wir segeln nun bereits in den Brüllenden Vierzigern. Im Englischen heißen diese Breitengrade "the Roaring Forties“ und gemeint ist die Westwindzone zwischen 40. und 50. Grad südlicher Breite. Sehr häufig gibt es hier unbeständiges Wetter, sehr oft erreichen die Winde Sturmgeschwindigkeiten und die See wird ungemütlich hoch. 

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Die letzten Stunden, bevor wir den geschützten Ankerplatz von Freycinet Island erreichen spüren auch wir, was das heißt. Der Wind wird stärker und wir haben bald ständig 40 Knoten. Was aber wirklich sehr ungemütlich wird, ist die aufgewühlte See. Riesige Wellenberge rollen da von hinten und seitlich an uns heran, heben Cayenne hoch und dann schießen wir mir Spitzengeschwindigkeiten von 10,4 Knoten den Wellenberg wieder runter.

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Wir sind alle glücklich, als wir endlich durch die schmale Passage zwischen Freycinet Island und Shouten Island fahren, wo die See ganz plötzlich wieder ruhig ist und die Sonne uns ihre ganze Kraft spüren lässt. 

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Wir suchen uns einen guten Ankerplatz im Bryans Corner und es gibt wieder die obligaten Ankunftsspaghetti!  

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Wir sind hier nicht alleine. Freycinet Island ist ein Nationalpark und die Küste ist eingesäumt mit einem weißen Sandband. Wir sind zu müde, um an Land zu gehen und genießen einfach nur die wunderschöne Natur -

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 - unsere letzte Flasche Merlot aus Neuseeland und unseren ersten Sonnenuntergang vor Anker in Tasmanien. 

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04. März 2019

Shouten Island 

Es ist noch nicht einmal 8:00 Uhr morgens, als ich nach dieser ersten Nacht vor Anker aus den Luken schaue. Die Fischer sind alle weg und die Segler lichten auch gerade ihre Anker und fahren los. Die Wettermeldungen berichten von Starkwinden in dieser Gegend und wir müsse uns ein neues Platzerl suchen. Aber der Kapitän entscheidet, dass noch mehr als genügend Zeit dafür ist und so wird erst einmal in Ruhe die Yogamatte ausgepackt, danach gefrühstückt und dann noch klar Schiff gemacht. 

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Erst am späten Nachmittag, nachdem der Barograph schon sehr nervenaufreibend mit seinem Piepsen ankündigt, dass der Luftdruck stark fällt, gehen auch wir Anker hoch und fahren die 4 Seemeilen auf die andere Seite nach Shouten Island. 


Da sind auch all die anderen Boote, die heute so früh die Ankerbucht in Bryans Corner verlassen haben. Der Sand ist hart und der Anker braucht ein 4. Manöver, bis er sich endlich am Grund eingraben kann. Der Anblick des Sonnenunterganges ist wieder unbezahlbar!


Australien - New South Wales

27. Februar 2019

Von Ulladulla nach Eden 

Auf dem Sprungbrett nach Tassie…..

Ready to go!

Wir verbringen eine ganze Woche in Ulladulla. Der Wind für die Fahrt nach Süden passt sowieso nicht und unser Kapitän kann sich so wenigstens etwas ausruhen. Die Schmerzen werden trotz Medikamente nicht besser, aber die Ergebnisse des Bluttestes beruhigen uns zumindest vorerst. Die Auswertungen vom Labor bezüglich Ross River Virus haben wir noch nicht erhalten. 

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Es gibt schöne Wanderwege in Ulladulla und auf den Bäumen sitzen viele - ich denke hunderte - Papageien.  Hübsch anzusehen sind die weißen Naktaugenkakadus mit der nach hinten gerichteten Federhaube. Für uns eine entzückende Besonderheit der hiesigen Fauna, doch hierzulande sind die Vögel teilweise so stark vertreten, dass sie sogar als Schädlinge gelten. 

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Am Montag laufen wir nach dem Frühstück aus dem Hafen aus. Riesige langgezogene Wellenberge rollen uns entgegen und ich bereue es sehr heute morgen einen dritten Kaffee getrunken zu haben. 

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So ruhig sah die Einfahrt nach Ulladulla gestern noch aus - heute habe ich keine Kraft die Kamera zu holen. Auch Andrea und Hannes sind auffallend blass um die Mundwinkel.

Zum Glück wird es angenehmer, je weiter wir mit Cayenne in tiefes Gewässer vordringen. Es kommt dann auch der vorhergesagte Ostwind auf und unter Segel ist sowieso alles leichter zu ertragen. Die plötzliche Ruhe, die einkehrt, wenn der Motor endlich abgeschaltet ist, tut der Seele und dem Magen gut und wird nur mehr von Begeisterungsrufen der weiblichen Crew unterbrochen, wenn zwischendurch - immer wieder - eine Schule Delfine auftaucht. 

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Nach 112 Seemeilen fällt unser Anker gegen 4:30 morgens in Eden. Die Nacht ist pechschwarz, ich stehe am Bug und versuche etwas zu erkennen. Eine unbeleuchtete Barge taucht aus dem Nichts auf und Hannes reagiert geistesgegenwärtig! Rund um uns ankern viele Boote und nur durch Retourfahren können wir eine Kollision abwenden. 

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Am nächsten Tag erntet unser Kapitän erneut grosses Lob für sein exzellentes Ankermanöver! 

Eden ist - nomen est omen - paradiesisch. Und das obwohl die südlichstes Küstenstadt von New South Wales ja nach dem 1. Grafen von Auckland, dem  Earl George Eden benannt ist. 

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Hannes bleibt an Bord und ich rudere mit Andrea an Land. Den Beibootmotor haben wir bereits auf der Reeling. Auf der berüchtigten Strecke über die Bass-Strait ist er dort besser aufgehoben als am Dingi.  Der Cocora Beach ist ein kleiner übersichtlicher Strand mit weißem Sand und glasklarem Wasser. Das Gewässer dürfte sicher sein, denn wir sehen Männer, Frauen und Kinder baden. 

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Heute waren wir mit den letzten Vorbereitungen für die Überfahrt nach Tasmanien beschäftigt. Ich backe Rosinenkuchen und Früchtebrot und mache noch einen großen Becher frischen Humus. Eine Haferflockensuppe werde ich morgen in der Früh noch schnell vorbereiten. 

Ich will gewappnet sein auf eine eventuell recht ruppige Überfahrt. Immerhin werden wir die gefürchtete Bass-Strasse - die Meerenge, die Tasmanien vom australischen Festland trennt, überqueren. 

Die Wettervorhersage verspricht 20-25 Knoten nördliche Winde für die nächsten 3 Tage. Das sollte passen. Um die 360 Seemeilen haben wir vor uns und werden vermutlich Maria Island anlaufen. 

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21. Februar 2019

Ulladulla - 

Unser Kapitän braucht dringend einen Arzt!

Wir befinden uns auf dem Weg nach Süden. Hannes checkt täglich das Wetter und so segeln wir in Richtung Tasmanien. Wieder begleiten uns viele Delphine.

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In Botany stoppen wir für eine Nacht. Die (rote) Mooring, an der wir festgemacht haben,  gehört zur Bayside Marina. Als man hört, dass wir am nächsten Tag weiterfahren würden, erlässt man uns die Liegegebühr! Nicht nur das, manbietet sogar an, dass wir die Marina als Anlegesteg für unser Dingi benutzen dürften, um diverse Einkäufe erledigen zu können und zu guter Letzt nimmt man sogar noch kostenfrei eine Einstellung an unserem Beibootmotor vor. (Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, wie unglaublich nett die Aussies zu uns sind???)

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Botany ist übrigens die Bucht, in der Captain Cook 1770 vor Anker ging. Den Namen (Botanik-Bucht) erhielt die Bucht vom Botaniker Joseph Banks, der hier auf eine schier endlose Anzahl an bis dahin unbekannten Spezies traf. Leider haben wir keine Zeit uns mit der außergewöhnlichen Flora der Region zu befassen - wir müssen Meilen machen. Die Tasmansee kann recht ungemütlich werden und so fahren wir weiter und ankern in Port Hackings - vor dem malerischen Strand von Jibbon Beach. 

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(Hierzu habe ich bereits 2 kurze Videos gemacht - eines am Valentinstag und eines von unserer Wanderung im ältesten Nationalpark Australiens!)

Von Port Hackings nach Jervis Bay waren es 71 Seemeilen, die wir größtenteils segeln konnten. Nachts erreichen wir die „Hole in the Wall“ Ankerbucht und mit Taschenlampe und 3 äußerst konzentrierten Augenpaaren finden wir dann auch noch die rosarote Boje, die der Marinepark hier zur Verfügung stellt. Ankern ist verboten. 

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Am nächsten Tag ist es ziemlich windig, wir bleiben an Bord und es wird geputzt. 

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Am Nachmittag dreht der Wind, es wird ungemütlich und wir verholen uns auf die andere Seite nach Long Beach. Es gibt wieder einen unvergesslichen Sonnenuntergang für uns. 

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Unser Kapitän braucht jetzt dringend einen Arzt!

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Seit ca. 8 Wochen leidet er an extremen Gelenksschmerzen. Sein Fuß ist extrem angeschwollen, die Schultern und Arme tun ihm weh und er kann trotz starker Schmerzmittel nicht schlafen und verspürt keine Linderung der Symptome. 

Ulladulla ist eine kleine Küstenstadt m Princes Highways. 230 km südlich von Sydney. Der Name stammt von den Aborigines und bedeutet „sicherer Hafen“. Wir telefonieren mit der Coast Guard und erfahren, dass es keine Ankermöglichkeit und auch keine Moorings im Hafen gibt. Wir könnten aber an einem Fischerboot längsseits festmachen. Gesagt, getan. 

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Mark der Eigner erzählt uns, dass er (oder doch sein Boss, das hab ich nicht ganz verstanden) „Francesca“  vor einer Woche erst gekauft hätte. Das vorige Boot sank im August des Vorjahres innerhalb von 40 Minuten , nachdem es in den frühen Morgenstunden mit 8 Knoten einen Container rammte. Innerhalb von 15 Minuten musste die 4 köpfige Mannschaft das Schiff verlassen und wurde dann mittels Helikoptereinsatz aus der Rettungsinsel geborgen. Das ganze ereignete sich 150 Seemeilen von hier. Ich bin geschockt und kann das gar nicht fassen.

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Mark scheint das recht cool weggesteckt zu haben. Was er wirklich richtig bedauerte, waren die 2 Stangen Zigaretten (1 Packung kostet hier umgerechnet 22 Euro!) und die 1200 AUS Dollar in seiner Geldbörse, die er an Bord lassen musste. Dazu fehlte in der Hektik die Zeit….

Er erzählt mir, dass er gerade erst vor 2 Stunden mit Francesca von einer Probefahrt zurückgekommen sei und drückt mir einen riesigen Sack fangfrischer, geputzter Fische in die Hand. Ich bringe es nicht übers Herz, diesen Willkommensgruss abzulehnen und so gibt es in unserer Pantry das erste Mal seit 2 Jahren wieder einmal Fisch in der Pfanne. 

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Er hat hervorragend gemundet und wir haben ihn sehr genossen !

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Hannes bekommt einen Termin beim Arzt und macht einen großen Bluttest. Es besteht der Verdacht auf rheumatoide Arthritis! Kurz wird auch Dengue Fieber und Chikungunyafieber in Erwägung gezogen. Da Hannes aber keine Fieberschübe hatte, sieht man von diesem Test dann doch ab. Wir diskutieren die Möglichkeit von Ross River Virus. Es ist uns bekannt, dass es dies in Queensland gibt und Hannes ist Anfang Dezember in Newport von Moskitos gestochen worden. Wir können uns noch sehr gut daran erinnern, da wir das damals diskutiert hatten. Die Frau Doktor meint, dass es eigentlich nicht nötig sei, dies separat zu bestimmen, denn die Behandlung wäre die gleiche wie bei chronischer Arthritis. Nun, wir bestanden dennoch drauf ….

Gestern bekamen wir die Auswertungen des Bluttests. Es ist sehr unwahrscheinlich,  dass es sich um rheumatoide Arthritis handelt. Eine kleine Entzündung ist nachweiswabar, dabei dürfte es sich um die rechte Schulter handeln, die Hannes beim Polieren des Bootes im Dezember wohl überbeansprucht hat. Alle anderen Werte sind im Normalbereich - die Ergebnisse des Ross River Virus erhalten wir erst  in 10 Tagen. 

Es gibt somit zumindest eine erste Entwarnung, dass es etwas Lebensbedrohendes ist. Dennoch ist das Leben für unseren Kapitän zur Zeit kein Honiglecken. Andrea und ich unterstützen ihn wo es geht und gönnen ihm viel Ruhe. 

Mehr können wir zur Zeit nicht tun…….

14. Februar 2019

Happy Valentines Day!!!

14. Februar 2019

Nachtrag - letztes Wochenende in Sydney

BONDI Beach und Downtown

Den angeblich schönsten und seit den Olympischen Spielen 2000 weltberühmten Strand (hier wurden die Beach-Volleyballspiele ausgetragen), haben wir uns bis zum Ende unseres Sydneyaufenthaltes aufgehoben. BONDI - BEACH!

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Der beliebte Badestrand ist ca. 1 km lang und am südlichen Ende gibt es ein Pool beim Bondi Icebergs Club. 

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Es ist Wochenende und die Sonnenhungrigen liegen wie Ölsardinen nebeneinander. 

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Wir ziehen es vor am schönen Weg entlang der Küste zu spazieren und gehen zum kleinen Bruder des weltberühmten Bondi. 

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Einfach sagenhaft beeindruckend - der Küstenweg nach Bronte ist ein Must Do!

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Bronte Beach ist wesentlich kleiner, aber deshalb nicht weniger imposant. 

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Auch hier teilen sich Surfer und Badegäste die Wellen:

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Wir bewundern und bestaunen die wagehalsigen Surfer: 

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Am Sonntag machen wir wieder eine Tour durch die City. Wir fahren mit dem Bus bis zur Town Hall. Es ist uns nicht vergönnt, dieses Gebäude von innen zu besichtigen. Sonntag hat es geschlossen. Es sollte wohl nicht sein. 

So spazieren wir entlang der Park-Street und besuchen das riesige ANZAC War Memorial.

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Im Inneren des Denkmals finden wir eine sehr informative historische Berichterstattung zu den diversen Kriegen, an denen die Australier teilgenommen haben. 

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Erde aus 1701 Gebieten aus NSW - den Heimatgemeinden der Soldaten, die in den Weltkriegen teilgenommen hatten. 

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Auch die St. Mary`s Kathedrale sehen wir uns heute etwas genauer an.

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Im Inneren der Kirche: 

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Am Abend haben wir Besuch von unseren Freunden Nancy und Philip. Die beiden bringen Cintya mit, die neue Eignerin von Blue Bie, Philips Katamaran. Wir stoßen mit Champagner und sensationellem Fingerfood, made by Nancy, auf den Verkauf - bzw. Kauf an. Schön, wenn Eigner und Käufer gleichermaßen happy mit dem Deal sind!

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Und jetzt heißt es wirklich Abschied nehmen. Auf geht es in Richtung Süden - Tasmanien wartet!

11. Februar 2019

Ein Tag im Carigal Nationalpark:

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Eigentlich wollten wir ja zurück in die City, um uns mit Freunden zu treffen, um einer Neujahrsfeierlichkeit der Chinesen beizuwohnen. Wir haben abgestimmt und uns einstimmig für eine Nacht im Nationalpark entschieden. 

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Der Park ist einfach idyllisch. Vogelgezwitscher und Natur pur. Es ist unglaublich, dass man in weniger als einer Stunde schon wieder in der geschäftigen Metropole sein kann. Auch hier gibt es einige wunderschöne Wanderwege, aber auch die sind alle sehr steil und anstrengend. Ich habe einen murds Muskelkater und schwächle gewaltig. Man hat Mitleid….

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Ausserdem ist es sehr heiß und so entschließen wir, dass wir ja eigentlich auch einmal mit dem Dingi die Gegend erkunden könnten. 

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Herrlich weht uns der Wind durch die Haare und sorgt für Abkühlung. 

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Ahhhh - so lässt es sich auch mit einem gewaltigen Muskelkater gut leben!

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Am Abend verwöhne ich meine Crew mit hausgemachten, gefüllten Weintraubenblättern, Tzatziki etc. (Alles plantbased - logo!)

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Morgenstimmung im Nationalpark - no words required! 

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10. Februar 2019

Bushwalks in der Sugarloaf Bay!

Nach diesen vielen turbulenten Tagen in der Großstadt wollen wir etwas Ruhe und beschließen uns in eine ruhigere Gegend zu verholen. Wir fahren nur wenige Seemeilen, müssen unter der Spit-Brücke durch und schon sieht die Welt ganz anders aus: 

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Die Vororte von Sydney verfügen über eine vielfältige, farbenprächtige Pflanzenwelt und gehen dann in die Nationalparks über. Wir ankern in der Sugarloaf Bay und machen unser Beiboot am Pickering Pt. fest. 

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Ein wunderschöner Wanderweg führt uns durch einen noblen Vorort mit gepflegten Häusern. 

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Am nächsten Tag mache ich mit Andrea einen sehr ausgedehnten Bushwalk. Wir kraxeln über spitze Muscheln und einen kleinen Felsen an Land und nehmen unser Mobilfunkgerät mit, damit wir Hannes mitteilen können, wo er uns abholen soll.  

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Unsere Wanderroute: 

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Der Weg ist sehr schön angelegt, aber auch sehr anstrengend. Andauernd müssen wir bergauf und bergab über steile Stufen klettern.

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Überall hängen Spinnennetze und fette dicke Arachniden hüten die schönen Kunstwerke. 

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Von Australiens 2900 Spinnenarten lebt die gefährlichste in Sydney. Die Sydney-Trichternetzspinne, die noch dazu sehr giftig und angriffslustig ist. Auch Giftschlangen sind hier heimisch und ich bin sehr froh, dass wir beide ganz bewusst festes Schuhwerk gewählt haben. 

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Wir sehen weder Wallabies noch Giftschlangen, erhaschen aber ein paar atemberaubende Blicke auf den Meeresarm und genießen diesen doch sehr anstrengenden Ausflug. 

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Nach guten 2 Stunden sind wir müde, aber glücklich am Ziel auf der anderen Seite der Bucht angekommen. 

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Die Funkverbindung funktioniert tadellos und wie nicht anders zu erwarten ist unser zuverlässiger Kapitän binnen kürzester Zeit zur Stelle, um seine 2 Mädels wieder aufzunehmen. 

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Abendstimmung an Bord und ein Spezialplatzerl für besondere Gelüste :-)

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08. Februar 2019

Wir sehen Sydney aus der Vogelperspektive und Neujahrsfestivitäten im Februar! 

 Am Sonntag kann man in Sydney den ganzen Tag mit allen Verkehrsmitteln um 2,70 AUS Dollar  fahren. Fähren sind ebenfalls inkludiert und wir nutzen diesen kostengünstigen Service und fahren frühmorgens mit der Fähre  von Watsons Bay nach Circular Quay. Das ist der Haupt Fährterminal in Sydney und wohl der zentralste Punkt der Stadt, der wahrscheinlich von jedem Tourist einmal aufgesucht wird. 

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Heute liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff hier und wir machen uns gefasst auf ein sehr turbulentes Treiben in diesem Stadtteil. Der Quay liegt quasi am Fusse des Business District und dem älteren, historischen Ende der Stadt. Die Oper, die Harbour Bridge und the Rocks sind innerhalb kürzester Zeit von hieraus zu erreichen und werden am Wochenende von tausenden Menschen gerne besucht. 

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Wir schlendern entlang der Macquarie Straße, die uns durch den Geschäftsbezirk führt, in Richtung Hyde Park. 

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Es ist ein wunderschöner, beinahe wolkenloser Tag, den wir uns aufgehoben haben, um dem  Sydney Tower Eye einen Besuch abzustatten. 

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Im Bild vorne sieht man die St. James Kirche (1824)

Andrea und ich lassen uns innerhalb von 40 Sekunden auf 251 Meter Höhe bringen. Dort auf der Aussichtsplattform des 2.höchsten Fernmeldeturmes der Südhalbkugel (der höchste steht in Auckland NZ) haben wir eine gigantische Aussicht über die Stadt. 

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Der Turm gehört neben der Harbour Bridge und dem Opernhaus zu den bedeutendsten Wahrzeichen dieser australischen Metropole. Am Fusse befindet sich ein Einkaufszentrum der Extraklasse. Gucci, Boss, Prada, Guess usw sind hier vertreten. 

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Es wird uns wirklich ein herrlicher Rundblick geboten. 

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Hannes wartet inzwischen im Hyde Park, dem ältesten öffentlichen Park Australiens auf uns. 

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Der Park verdankt seinen Namen natürlich dem berühmten Hyde Park in London. Das Herzstück ist der Archibald Fountain. 

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Den Grundstein für die St. Mary`s Kathedrale im Hintergrund des Brunnens wurde 1821 gelegt. Nachdem sie einmal abgebrannt war, wurde der Wiederaufbau sogleich wieder in Angriff genommen. Es wurde 60 Jahre lang an diesem prächtigen Gebäude gebaut. Entstanden ist es im Stil des  „Gothic Revival“ und die Kirche ist Sitz des römisch-katholischen Erzbischofs von Sydney. Sie ist übrigens die größte Kirche Australiens und die größte römisch-katholische Kirche der gesamten südlichen Hemisphäre! 

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Die Gefängnisbaracken wurden von Sträflingen 1817-19 erbaut. Sie stehen unmittelbar neben der St. Mary`s Cathedral, die aber erst 2 Jahre später dorthin gebaut wurde. Damals legte die englische Krone nicht viel Wert auf die Wünsche der katholischen Bevölkerung, zumal sie ja fast ausschließlich aus Gefangenen bestand!

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Nachdem die Gefangenentransporte eingestellt wurden, nutzen man dieses Gebäude als Anlaufstation für Frauen, die neu in der Kolonie ankamen. (1848). Heute ist es ein Museum mit insgesamt 3 Stockwerken. 

Vom Hyde Park aus spazieren wir wieder in Richtung Hafen. Wir befinden uns auf der George Street.  Alte Gebäude stehen hier zwischen neumodernen Wolkenkratzern. 

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Wir wollen zur Wiege des modernen Australien - zu "The Rocks". Es ist nur ein Katzensprung zum ältesten Viertel der Stadt. 

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Während wir über die historischen Kopfsteinpflaster streifen und die denkmalgeschützten Gebäude und die edlen Geschäfte bewundern, fällt es mir schwer, mir die Stadt vor 200 Jahren vorzustellen, als brutale Banden, Diebsgesindel und Prostituierte hier das Sagen hatten. 

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Sehr schön ist es hier: 

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Und schon sind wir da: 

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Das "The Rocks Discovery Museum“ (mit dem Turm):

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Blick auf den Touristenliebling: die imposante Sydney Harbour Bridge:

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Bis zur Fertigstellung des Tunnels 1992 spielte diese Brücke eine wesentliche Rolle, denn sie war die einzige direkte Verbindung zwischen dem CBD (Central Business District) und den nördlichen Vororten. 

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Ihr werdet Euch jetzt wahrscheinlich fragen, was es mit den Neujahrsfeierlichkeiten im Februar auf sich hat: Nun die Rede ist vom chinesischen Neujahrsfest, das auch als Frühlingsfest bekannt ist. Gut einem Monat nachdem die westliche Welt ins Neue Jahr gestartet ist, feiern auch die Chinesen ihr Neujahr. (Und hier gibt es sehr viele Chinesen!)

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Dieses Ereignis wird mit einem 2-wöchigen Festival gebührend gefeiert und findet in diesem Jahr vom 05. bis zum 19. Februar statt. Für die Chinesen beginnt nun das Jahr des Erd-Schweines.

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Das chinesische Fest fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum. Grund dafür ist der Lunisolarkalender, eine Kombination aus Sonnen- und Mondkalender, der noch aus der Kaiserzeit stammt. 

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Für die Chinesen gilt die Farbe Rot besonders verheißungsvoll und ist die wichtigste Farbe bei diesem Fest. Marktstände sind rot geschmückt und  überall hängen jetzt rote Laternen.

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Wie gesagt, es ist das Jahr des Schweines: 

Das Schwein bringt Glück, Reichtum und Zufriedenheit. Das Element steht weiters für Mut und Optimismus, Toleranz und Genügsamkeit, Leichtsinnigkeit und Maßlosigkeit u.v.m.

Lassen wir uns überraschen!

06. Februar 2019

Neutral Bay, ein Sturm, dass die Fetzen fliegen und die Story von den netten Australiern. 

Besuch Watsons Bay und Manly Beach!

Ich bin Euch ja noch eine Story schuldig in Bezug darauf, wie freundlich die Aussies sind. Aber beginnen wir mal so: Am vergangenen Donnerstag füllen wir Wasser und Diesel an einer Tankstelle und fahren dann weiter an eine öffentliche Mooring, die nordöstlich von Goat Island am MCMahons Pt. liegt. Nachdem wir viel Wasser gebunkert hatten, waschen wir sogleich Wäsche machen klar Schiff. D.h. wir verbringen den Tag an Bord. Ausserdem ist es ziemlich bewölkt und windig und wir wissen, dass wir gegen Abend mit Starkwinden zu rechnen haben. Da wollen wir am Boot sein, denn die Mooring liegt nicht in bester Lage für den vorhergesagten Südwind.  

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Kaum hatte ich die Wäsche abgenommen und  alles verstaut, kommen um 18:00 Uhr die ersten starken Böen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mehr als 30 Knoten. Schaumkronen entstehen und Böen bis 44 Knoten lassen Cayenne ziemlich heftig an der Boje zerren. Aber die scheint das locker auszuhalten, sie ist ja auch für ein 20 Tonnen Schiff ausgelegt. Die ganze Nacht heult der Wind durch die Wanten und dementsprechend sieht unsere Flagge am nächsten Tag aus. Sie ist total zerfranst und hat sich im Sturm selbst verknotet. Eine neue Nationalflagge wird ausgepackt und das Hissen der Flagge vollziehen wir stramm stehend mit den Klängen unserer Nationalhymne. 

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Wir sitzen gerade beim Frühstück, als ein Mann im Kanu angepaddelt kommt und sich als Bruce vorstellt. Die Genua vom Boot seines Freundes hatte sich beim gestrigen Sturm losgerissen. Er konnte das von seinem Apartment aus beobachten und hat soeben Ordnung auf dem Boot gemacht. Bruce fragt uns, wie unsere Nacht gewesen sei und berichtet, dass es in den 5 letzten Jahren, also seit er hier lebt, noch nie so viel Wind hier gehabt hätte! Östlich der Harbor Bridge hätte man gestern sogar 60 Knoten gemessen. 

„Wenn ihr Wäsche waschen wollt, dann könnt ihr gerne zu mir hochkommen, oder wenn ihr sonst etwas braucht - ich bin gerne behilflich…“, war sein nächster Satz. "Es kommt selten vor, dass Boote aus Übersee hier ankern, maximal eines im Jahr. Im letzten Jahr sind Dänen hier gelegen mit 2 Kindern, die ich näher kennengelernt habe“.

Und tatsächlich haben wir Schwierigkeiten unsere Gasflaschen zu füllen. (Übrigens: schon in Rozelle Bay lernten wir einen Anrainer kennen, der sich anbot mit dem Auto die Organisation hierfür zu übernehmen, denn das wäre auch dort zu Fuss zu weit weg gewesen...)

Auch bei der Tankstelle, wo wir Diesel füllten, war das nicht möglich gewesen und das Gas in der letzten Flasche reicht maximal noch für eine Woche. Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Stunde später sitzen wir bei Bruce im Auto. Er zeigt uns seine nähere Umgebung und entläßt uns dann im schönen Stadtviertel Kurraba. Er gibt uns noch ein paar gute Sightseeingtipps mit auf den Weg und sagt, er würde die 2 Gasflaschen, nachdem er sie gefüllt hatte, wieder in unser Beiboot legen. Das Gas läßt er sich übrigens nur sehr widerwillig bezahlen!

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Wir entscheiden uns entlang der Neutral Bay zu Fuß zurück zu unserem Ausgangspunkt zu laufen. 

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Wir kommen an sehr schönen Häusern und sehr gepflegten Gärten vorbei.

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Kirchen gibt es natürlich auch an jeder Ecke! 

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Steile Treppen führen hinab in die Neutral Bay, wo es überall Fähranlegestationen gibt. 

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Am Abend laden wir Bruce auf einen Umtrunk auf die Cayenne. Der nette Australier zeigt uns auf der Karte die schönsten Buchten von Sydney und gibt uns viele Insidertipps. Außerdem bietet er uns seine Mooring an, die gleich hier in der Nähe ist. Sein Boot liegt ja gerade in Pittwater und daher ist sie frei. Wann immer wir also einen sicheren Platz hier benötigen würden, können wir gerne seine private Mooring benutzen. Wir sind wirklich platt, wie großzügig und freundlich die Aussies sind! 

Am Freitag verlegen wir uns in die Watsons Bay. Eigentlich wollen wir ja direkt in Manly Beach ankern, wo wir ein Paket bei der Post abholen müssen. Die See ist aber vom Südsturm so aufgewühlt, dass wir es vorziehen von Watsons aus die Fähre nach Manly zu nehmen. 

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Watsons Bay ist das älteste Fischerdorf Australiens und man hat einen atemberaubenden Blick auf Sydney Harbour. Unser Dingi können wir am Yachtclub festmachen - auch dort sind wir sehr herzlich willkommen und werden freundlichst behandelt. 

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Wir nehmen also die große Fähre nach Manly Beach und lassen uns so richtig durchbeuteln. Ich werde auf der 15 Minütigen Fahrt beinahe seekrank - unglaublich, aber wahr!

Obwohl unser sehnlichst erwartetes Paket express von Brisbane aufgegeben wurde und gestern bereits angeliefert hätte werden sollen, ist es immer noch nicht am Postamt in Manly Beach eingelangt! Das ist jetzt blöd, aber wir ärgern uns nicht lange und machen uns einen schönen Tag in diesem wundervollen Städtchen.

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Manly Beach ist ein beliebter Vorort von Sydney und zählt zu den beliebtesten Stränden des Landes. Den Namen „manly“ erhielt es vom ersten Gouverneur von NSW, den die selbstbewussten und „mannhaften“ (manly) Aborigines der Gegend tief beeindruckt hatten. 

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Es gibt hier einen sehr beliebten Surferstrand. Am Corso ist relativ wenig los für einen Samstag, was wohl am Wetter liegen dürfte. 

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Die Sonne scheint heute nicht und der Strand ist für Badegäste gesperrt. Dennoch sehen wir vereinzelt Personen im Wasser und ziemlich viele wagehalsige Surfer in den Wellen reiten. 

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Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang und bewundern die jungen - aber auch etwas betagteren Männer - die sich da in die stürmischen Wellen trauen!

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Alternativprogramm am Strand: 

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Hannes lädt uns dann noch zum Essen in das schicke Hugos am Hafen. 

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Wir speisen hervorragend, trinken 1,2 Bierchen und die Rückfahrt mit der Fähre nach Watsons Bay fällt wesentlich ruhig aus, aus die Hinfahrt. 

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04. Februar 2019

Sightseeing und ein Opernbesuch in Sydney

Wie bereits erwähnt haben wir Besuch aus der Heimat. Die Tage mit unserer Andrea vergehen wie im Flug - täglich haben wir ein dicht gedrängtes Programm, um möglichst viel von der größten Stadt Australiens zu sehen. Und es gibt wirklich so einiges, das unsere Aufmerksam auf sich zieht: 

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Am vergangenen Montag verlegten wir uns mit Cayenne in die Rozelle Bay, wo wir quasi gleich neben der eindrucksvollen ANZAC Bridge ankerten. 

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Von hier ist es nur ein Katzensprung zum größten Fischmarkt der südlichen Hemisphäre. Ich weiß nicht, wie viele Tonnen Meeresfrüchte und Fisch hier täglich über die Ladenbuden gehen, es sind aber bestimmt einige…. (dem Geruch folgernd dürften diese Eiweißbomben auch nicht wirklich fangfrisch sein!) 

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Wir spazieren durch den Pirrama Park und gelangen zur  Jones Bay Wharf. Das alte Werftgelände wurde mit 175 Millionen AUS Dollar saniert. 

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Geschichtlich hat dieses Areal sehr grosse Bedeutung. Es wurden hier nicht nur die riesigen Frachtschiffe entladen, sondern es war auch die Entladestelle für die ersten Passagiere, die aus Übersee nach Australien immigrierten. 

Heute ist es eine sehr schöne Anlage mit vielen Geschäftsräumen und einigen Restaurants. Nachdem der Australia Day auf einen Samstag fiel, ist der heutige Montag ebenfalls ein offizieller Feiertag und somit können wir die Anlage in ungewöhnlicher Ruhe und Stille genießen. 

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Nur wenige Gehminuten weiter und wir befinden uns in Darling Harbour. 

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Ursprünglich war dies hier ein Handelshafen. Güter, die an der Jones Bay Wharf angeliefert wurden, verfrachtete man in diesen Teil der Stadt, von wo die weitere Distribution dann vorgenommen wurde. Heute ist es ein großer Rummelplatz, mit zahlreichen Restaurants, Shoppingcentern, Hotelanlagen usw. 

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Hier findet man auch das Australian National Maritime Museum:

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Die Cockle Bay ist eine jener Buchten, die zu Darling Harbour gehört:

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Hier gönnen wir uns eine Verschnaufpause in einem der tollen Restaurants.

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 Am Dienstag verholen wir uns wieder in die Farm Cove. Mit dem Dingi sind wir in weniger als 5 Minuten bei der Oper. 

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Um 10:30 stehen wir an der Information und Glückskinder, wie wir nun mal sind, können wir noch an einer (auch noch deutschen!) Führung teilnehmen, die um 11 Uhr beginnt! 

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Ausnahmsweise sind wir eine ganz kleine Gruppe von nur 8 Personen und so kann die junge Burgenländerin sehr gut auf unsere Fragen eingehen und wir bekommen für die 40 AUS Dollar noch mehr, als sonst geboten.  

Das revolutionäre Design von Jörn Utzon brachte dem Architekten den begehrten Pritzker-Architektur-Preis  ein und er durfte das Gebäude schlussendlich bauen. 

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Das schimmernde Muscheldach besteht aus 1.1 Millionen glänzenden, weißen Keramikfliesen, die alle aus Schweden importiert wurden. 

Das Opernhaus verfügt über  5 Theater mit über 5500 Sitzplätzen. Insgesamt gibt es über 100 Räume, darunter einige Restaurants, Bars und Souvenirläden. 

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Das obige Bild zeigt das Joan Sutherland  Theater, das Operntheater mit seinen 1547 Sitzplätzen. Ich bin ein großer Opernfan und Hannes erfüllt mir einen Traum. (Es benötigte aber einiges an Überzeugungskraft meinerseits, denn der Anzug, den Hannes für dieses Event geplant hatte, passte ihm nicht mehr, da er ja 30 kg abgenommen hatte. In Australien sieht man das aber nicht so eng und der Dresscode ist wesentlich legerer, als bei uns in Europa! )

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Noch am selben Abend sitzen wir in diesem fast völlig ausgebuchten Saal und sehen uns Puccinis Turandot an! Ich bin noch immer völlig überwältigt, wenn ich an die Aufführung denke. Das Bühnenbild, die Kostüme und die Maske haben mich dieses Mal besonders beeindruckt, aber auch der Tenor schaffte es problemlos, mir bei Nessun Dorma ein paar Tränen zu entlocken. 

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Nach der Führung durch das Opernhaus am Vormittag besuchen wir den angrenzenden Royal Botanical Garden. Das Ambiente neben der schönsten Hafenbucht der Stadt ist schon einen Besuch wert. (Heute liegt unsere Cayenne ganz alleine in der Farm Cove!)

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Einst wurden hier Felder von den Sträflingen bestellt und erst 1816 wurde der erste Teil des Gartens angelegt, der vor allem endemische Flora ausstellt. 

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Kaffeepause tut immer gut!

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Weiters gibt es hier einen schönen Palmenhain, zahlreiche Flughunde und einen großen Kräutergarten sowie ein gläsernes Tropenhaus. 

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Nicht unweit vom Botanischen Garten befindet sich die Art Galerie, der wir heute ebenfalls noch einen Besuch abstatten. 

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Das Haus beherbergt Werke von internationalen und australischen Künstlern. Neben impressionistischen Gemälden gibt es hier permanent die weltweit grösste Ausstellung der Kunst der Aborigines - die YIRIBANA. 

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Ein ganz tolles Museum, das ich nur jedem empfehlen kann!

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Der Judas-Kuss:

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Und natürlich ist er auch hier vertreten: Unser Captain James Cook, der im April 1770 als erster Europäer die Botany Bay bei Sydney mit seiner Endeavour „entdeckte“.

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Am Mittwoch machen wir einen Tripp nach Down Town. Alles noch immer per Pedes!

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Fast 5 Millionen Einwohner hat Sydney - und das merkt man auch! 

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Das Rathaus (unten) können wir heute leider nicht besuchen, denn es findet gerade eine geschlossene Veranstaltung statt und das Gebäude ist heute für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. 

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Das Queen Victoria Building mitten im Zentrum mit einer exquisiten Shoppingmall.

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Hier in der Nähe befindet sich auch die St. Andrew`s Cathedral. Die denkmalgeschützte Kirche im gotischen Stil ist der Sitz des anglikanischen Erzbischofs von Sydney und  ist (glaube ich) die älteste Kirche Australiens. (gebaut 1811-1874)

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Die gesamte Innenstadt scheint eine Baustelle zu sein. Offensichtlich will man den Schienenverkehr ausbauen, was eine sehr gute Idee ist. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln  ist man hier sicher zügiger  unterwegs als mit dem eigenen Auto.

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Wir haben uns eine OPAL Card gekauft und sie aufgeladen. Mit dieser können wir die Fähren, Busse und die Bahn benutzen. Heute nehmen wir erstmals den Bus zurück zur Rozelle Bay, denn unsere Füsse wollen nicht mehr! Im Zuge dieser Aktion lernen wir auch wieder etwas. Bridge Street und Bridge Road sind nicht dasselbe ;-) Anyway: die Busfahrer sind allesamt sehr relaxed und uns Touristen sehr wohl gesonnen und geduldig! Den Preis für die zusätzlich notwendige Fahrt, mit dem Bus einige Haltestellen weit retour, erlässt man uns großzügig! 

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Hab ich schon mal erwähnt, dass die Aussies extrem freundlich und hilfsbereit sind? Nein, na dann hab ich noch eine nette Story für Euch, die uns am Freitag widerfahren ist! Seid gespannt - ich erzähle sie im nächsten Eintrag! 

30. Jänner 2019

In 12 Jahren und nach 49.002 Seemeilen um die halbe Welt….

SYDNEY - Australia Day - Seeungeheuer und ein neues Crewmitglied! 

Am vergangenen Freitag nehmen wir die letzten 25 Meilen bis in die Hauptstadt von NSW in Angriff. 

Als wir an den Sydney Heads, also den Landzungen, die den 2 km breiten Eingang zum Hafen bilden, angelangt sind, stellt sich bei mir ein Grummeln in der Magengegend ein. Nanu, ich werde doch jetzt nicht nervös werden? 

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Adrenalin schießt durch meine Blutbahn und ich spüre förmlich wie mein Blutdruck in die Höhe schnellt. Mir ist klar, dass diese Spannung, die sich da in meinem Körper gerade aufbaut, mit der Destination zu tun hat, die wir jetzt gerade ansteuern. 

Am eigenen Kiel in Sydney unter Segel einzulaufen, das ist schon ganz besonders aufregend. 

Wir können an einer Hand abzählen, welche Städte dieses außergewöhnliche Gefühl noch in uns ausgelöst haben: 

Das war 2007 Istanbul, die türkische Stadt am Bosporus, die zwei Kontinente miteinander verbindet. Wir sind damals vom Mittelmeer in das Schwarze Meer gesegelt. 

Dann New York, wo wir  2010 zu Füssen der amerikanischen Freiheitsstatue, die auf Liberty Island im New Yorker Hafen steht, ankerten. 

2013 segelten wir vom Pazifik durch das Golden Gate, unter der gleichnamigen, berühmte Brücke durch, die uns in die Bucht von San Francisco führte.

Und jetzt, fast 12 Jahre nach Beginn unserer Weltreise, befinden wir uns am eigenen Kiel vor den Toren der größten Stadt Australiens! Ein unbeschreibliches Glücksgefühl breitet sich in mir aus und ich sehe Hannes von der Seite an:  …auch er hat eine Gänsehaut!

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Port Jackson heißt der natürliche Hafen, den wir gerade durchsegeln. In ihm liegen mehrere Inseln und es herrscht reger Schiffsverkehr. Bennelong Island war früher auch eine Insel, ist aber heute dauerhaft mit dem Festland verbunden. Hier befindet sich das Wahrzeichen der Stadt - das weltberühmte Opernhaus von Sydney.

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Unser Anker fällt auf 5 m Wassertiefe in der Farm Cove, direkt vorm Royal Botanical Garden und keine 500 m entfernt vom größten Kulturzentrum der Welt, das 2007 in die Liste des Unesco-Welterbes eingetragen wurde. 

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Am nächsten Tag ist Australia Day - also der offizielle Nationalfeiertag Australiens. Es ist ein Gedenktag an die Ankunft der 1. Flotte, die am 26. Jänner 1788 in Sydney Cove ankam. Nachdem James Cook fast 2 Jahrzehnte zuvor die Bucht mit seiner Endeavour entdeckte, startete die First Fleet mit fast 800 Sträflingen aus Portsmouth, England. Man suchte dringend eine neue Deportationsmöglichkeit für die Gefangenen, nachdem es nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg nicht mehr möglich war, diese nach Amerika umzusiedeln. 

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Unsere Freunde Nancy und Philip von der Blue BIE sind ebenfalls hier und gemeinsam feiern wir diesen Nationalfeiertag mit den Aussies. Die Feierlichkeiten finden direkt vor unserer Nase statt. 

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Es gab ein Tug-Boat Ballet und Abfangjänger wirbelten im Tiefflug durch die Lüfte!

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Unsere Freunde Alison und Randal kamen ebenfalls am eigenen Kiel mit ihrer Tregoning, um sich das Event von einer Pole Position aus anzusehen. 

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Wir waren auf einem tollen Katamaran zum Mittagessen eingeladen. Auf der Outremer 45 gab es gerade eine Geburtstagsfeier. Ich zählte 15 Personen auf diesem schönen Boot und trotzdem war mehr als genug Platz für alle am Vorschiff unter einem großen Sonnensegel. Das 7 Jährige Geburtstagskind fühlte sich aus unbekannten Gründen in Hannes Schoss besonders wohl ;-)

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Fallschirmspringer landeten ebenfalls direkt vor unserer Cayenne!

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Eine Tall-Ship Regatta segelte am Nachmittag durch den Hafen, im Botanischen Garten gab es abends ein Open Air Konzert….

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Und nachts erhellte ein riesiges Feuerwerk den Himmel!

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Wir verbrachten den Abend bei Nancy und Philip und ließen den Australia Day mit einem sehr guten Abendessen auf Blue BIE, mit viel Wein und noch mehr Kraken Rum ausklingen. Der schwarze gewürzte Rum ist nach einem mythischen gigantischen Seeungeheuer benannt, das sich am nächsten Tag frühmorgens doch tatsächlich bei uns an Bord befand und mich hämisch und boshaft aus dem Spiegel angrinste. 

Dies versetzte mich so in Angst und Schrecken, dass ich 2 Stunden in ein Koma fiel und die Ankunft unserer lieben Andrea, die ich so sehnlichst erwartete, doch tatsächlich versäumte. Hannes war alleine zum Flughafen gefahren, um sie abzuholen. 

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Andrea wird uns die nächsten sechs Wochen begleiten. Was wir bereits alles gemeinsam unternommen haben uns was wir noch vorhaben mit unserer Lieblingsandi aus der Heimat - davon mehr in unserem nächsten Eintrag! 

24. Jänner 2019

Eine Liebeserklärung an Delphine, das Segeln, die ganze Welt, mein Leben und ….. natürlich meinen Kapitän! 

Es gibt sie doch noch! Diese wunderschönen Segeltage, wo der Wind passt, die Welle nicht zu stark ist, die Sonne vom Himmel lacht und permanent neugierige Delphine in der Nähe sind. Wir hatten so eine Überfahrt von Port Stephens nach Pittwater, in der Tasmansee vor der Küste von New South Wales. Siehe oben unser Video hierzu! 

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Den letzten Abend im Tilligerry Creek verschönerte uns der aufgehende Vollmond, der den Himmel in Feuer setzte. Das war auch der Grund, warum wir nicht gleich zur Ausfahrt von Port Stephens segelten, um am nächsten Tag frühmorgens in Richtung Süden starten zu können. 

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Selber schuld! Die Strömung war natürlich gegen uns und so dauerte es fast drei Stunden, bis wir endlich durch die Passage kamen und auf offener See in Richtung Süden segeln konnten. Eine halbe Stunde lang drehte der Wind, hörte dann ganz auf und kam schließlich mit stetigen 4-5 Beaufort von Nordosten. 

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Am Funk wurden seit Stunden ständig Warnungen durchgegeben, dass eine Barge, also ein Lastkahn in Pittwater gesunken sei und extrem viel Unrat durch das Gewässer treibe. 

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Das ist jetzt blöd, denn durch die Verzögerung am Morgen ist es jetzt bereits 22 Uhr geworden, als wir nach 90 Seemeilen endlich in Pittwater ankommen. Wir sehen uns die Position des gesunkenen Kahns genauer an und das beruhigt uns. Die Unglücksstelle befindet sich Ende des Meeresarmes bei Scotland Island. 

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Der Vollmond leuchtet uns den Weg und wir finden problemlos einen guten Platz zum Ankern. Wir sind sehr froh, diese Strecke heute so gut bewältigen konnten, denn eigentlich war schon am Nachmittag Südwind angesagt. Unsere Freundin Andrea kommt nämlich am Sonntag in Sydney an und wir wollen natürlich so nah wie möglich am Flughafen in Sydney sein. Die letzten paar Meilen bis Sydney können wir eventuell am Samstag noch in letzter Minute in Angriff nehmen! 

21. Jänner 2019

Nelson Bay, Soldiers Point und Tilligerry Creek

Kookaburras, Lorikeets und Flötenvögel geben ein Konzert der Extraklasse!

Port Stephens verfügt über sehr viele wunderschöne Buchten. Die größte Stadt ist Nelson Bay, die ungefähr 2 Meilen von der Einfahrt entfernt liegt. Die öffentlichen Moorings sind alle belegt. Es ist Wochenende und sehr viele Touristen haben sich hier in diesem hübschen Ort eingefunden. Wir ankern in der Dutchmans Bay und es ist nur ein kurzer Dingiausflug bis in die Stadt. Es freut uns zu sehen, dass es überall Anlegestellen gibt, wo man das Beiboot kostenfrei für bis zu 23 Stunden parken kann! 

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Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang von der Dutchmans Bay über die Nelson Bay bis hin zur Shoal Bay. Der Fly Pt. Park ist ein Natur und Wildschutzgebiet, wir wandern kurz durch den Australischen Bush und bestaunen die wilde Schönheit dieser Natur. 

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Das ist ein rusty gumtree oder auch smooth barked apple genannt. (Angophora Costata). Lasst Eurer Fantasie freien Lauf - so wie ich - und seht die vielen ausdrucksvollen Gesichter, die dieser imposante Baum hat!

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Am nächsten Tag verholen wir uns in den Soldiers Point (Bild oben). Hier befinden sich auch die „Narrows“ zwischen West und Ost Port Stephens. Die Strömungen sind sehr stark, ganz im Gegensatz zum Ankergrund, der ist schlammig und bietet keinen guten Halt. Wir haben Glück und ergattern eine Mooring für eine Nacht. 

Auch hier kann man wunderschöne Spaziergänge entlang des Sunset Beach unternehmen. 

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Das ist der Flötenvogel, der zur Gattung der Würgekrähen gehört. Er ist bekannt dafür, dass er sehr angriffslustig sein kann. Vor allem, wenn er gerade Junge im Nest hat. Mit seinem spitzem harten Schnabel attackiert er dann gezielt die Köpfe von Radfahrern oder Fussgängern. 

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Aber er hat eine wunderschöne Stimme - sein Gesang erinnert an eine Flötenmelodie, daher der Name! 

Bei Hochwasser fahren wir noch tiefer hinein in den den Fluss. Der Tilligerry Creek ist einfach idyllisch und wir wollen unbedingt noch bis zur Lemon Tree Passage. Isabel hat uns erzählt, dass man hier Koala-Bären in freier Wildnis sehen kann! Na, wenn das kein Grund ist!

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Auch hier ist der Ankergrund nicht ideal, aber beim 2. Anlauf klappt es dann. Es gibt hier einen Naturpark, in dem es sehr viele Vögel und eben auch einige Koalas geben soll. Wunderschön angelegte Wanderwege führen entlang des Flusses und die Naturoase ist sehr beeindruckend. 

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Wir treffen eine Anglerin, die hier wohnt und uns erzählt, dass sie vor Jahrzehnten beinahe einen Österreicher geheiratet hätte. Unsere Cayenne ankert quasi direkt vor ihrer Haustüre. Sie liebt diesen Platz und beschreibt ihn selbst als magisch und spirituell, obwohl sie schon ziemlich „itchy feet“ bekam und am liebsten bei uns anheuern wollte, als sie von unserer Langzeitreise hörte ;-) Sie erzählt uns, dass sie schon oft einen Koala auf den Bäumen direkt vor ihrem Haus gehabt hätte. In letzter Zeit jedoch leider nicht, aber es wäre auch furchtbar schwer, sie in dem Dickicht der Eukalyptusbäume zu erkennen…..

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Wir geben nicht auf und marschieren weiter. Wie Hans guck in die Luft - unsere Hälser sind schon ganz starr - doch nun haben wir ein kleines Erfolgserlebnis. Ein Kookaburra - wie ihn die Aborigines oder laughing Jack, wie ihn die Aussies nennen. Die Jägerlieste gehört zu den Eisvögel und weil ihr Gesang wie ein hysterisches Gelächter klingt, nennen sie die Australier auch „Lachenden Hans“. 

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Er wird auch terrestrischer Baum Kingfisher genannt und ist endemisch in Australien und Neu Guinea. Er lebt von Echsen und Schlangen und ist offensichtlich furchtbar eitel, denn ich kann ihn ungeniert von allen Seiten fotografieren!

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Wir recken uns strecken unser Köpfe weiterhin und halten Ausschau nach den pelzigen kleinen süssen Tierchen, aber leider kein Koala weit und breit. Aber halt - da ist ja schon wieder so ein wunderschöner Vogel - ein bunter Papagei! 

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Der Rainbow Lorikeet sitzt da in freier Wildbahn und zwitschert fröhlich vor sich hin. Es sind übrigens immer 2 beinander - Männchen und Weibchen!

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3 Stunden wandern wir durch diese wunderschöne Natur. 

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Und dann bekommen wir sogar noch ein wildes Häschen vor die Linse!

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Koala gab es dann wirklich keinen für uns, aber wir wurden mehr als entschädigt und sind dankbar für diesen tollen Wandertag und die vielen Eindrücke und Erlebnisse, die wir in diesem natürlichen Eukalyptuswald mit seinen Mangroven und der reichen Tier- und Pflanzenwelt bekommen konnten! 

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Junges Anglerglück und ich bin auch glücklich, endlich mal ein paar richtig tolle Motive zu haben, um meine neue Sony ausprobieren zu können ;-) 

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18. Jänner 2019

Überfahrt von Coffs Harbour nach Port Stephens

Die Überfahrt von Coffs Harbour nach Port Stephens hatte es in sich! 30 Knoten und eine extrem steile, kurze Welle, die uns so richtig durchgebeutelt hat. Aber der Wetterbericht hatte es ja genau so vorhergesagt! Zumindest waren wir super schnell, für unsere Verhältnisse. Bestes Etmal auf der Cayenne ever! Die 166 Seemeilen brachten wir in weniger als 23 Stunden hinter uns und das obwohl wir die letzten 5 Stunden Cayenne ziemlich drosseln mussten, damit wir nicht bei Dunkelheit angekommen sind! 

Anbei ein kurzes Video, worin man vielleicht ganz gut erkennen kann, wie schaukelig es war ;-) 

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Die Einfahrt nach Port Stephans ist weit und tief und hat keine externe Sandbank. Trotzdem kann es durch das seichte Wasser innerhalb der Passage und den extremen Tideströmen zu eindrucksvollen Wellenbrechern kommen. Wir sind froh, als unser Anker auf 8 m Tiefe gleich hält und fallen sofort in unsere Kojen und erholen uns erst einmal von dem anstrengenden Nachttörn.

Wir sind ziemlich überrascht, als wir vom Besuch geweckt werden! Es sind die beiden Franzosen, die wir das letzte Mal in NZ gesehen haben. Ein schöner Nachmittag folgt und wir erhalten viele gute Tipps von Isabel und Jean Pierre, die schon die 2. Saison mit ihrem Segelboot hier in Australien unterwegs sind. 

13. Jänner 2019

Von Queensland nach New South Wales 

Von guterzogenen giftigen Tieren, wohlverdienten kühlen Blond(in)en und gesalzenen Bananen in Coffs Harbour

Die Ausfahrt auf das offen Meer von unserem Ankerplatz in Southport QLD planen wir mit Hochwasser. Als wir am Leuchtturm vorbeifahren und uns der seichten Sandbank nähern, denke ich mir noch: endlich mal eine unkomplizierte Passage. 

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Das Wasser ist ruhig und der Wind kommt mit 2 Beaufort aus NO - wir haben optimale Bedingungen. Keine 30 Sekunden später erreicht uns der Schwell. Zuerst fühlt es sich an, wie eine langgezogene Dünung, aber blitzschnell verwandelt sich das Ganze in eine sehr unangenehme Schaukelei. Cayenne führt sich auf wie eine wildgewordene Stute. Bei einer Wassertiefe von kaum 10 m können 2 m Wellen unvorstellbar unangenehm werden - es ist kaum zu glauben. 

Erst als der Tiefenmesser mehr als 25 m Wasser unterm Kiel anzeigt, wird es endlich ruhiger. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie diese Passage verlaufen wäre, wenn wir nicht bei „optimalen“ Bedingungen ausgelaufen wären. 

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Von Süden kommt uns eine Regatta entgegen. Für die Bewegung der See gibt es eindeutig zuwenig Wind. Es ist kein schönes Segeln heute. Dann frischt der Wind doch noch etwas auf und wir kommen etwas zügiger voran. Die Nacht vergeht ereignislos und relativ ruhig. Am nächsten Vormittag erreichen wir nach 156 Seemeilen die Einfahrt von Coffs Harbour. 

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Es gibt hier 2 öffentliche Moorings, die gerade frei sind. Man darf sie 24 Stunden gratis benutzen, was wir auch in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit sehen wir uns im kleinen Yachthafen um. Nachdem für die nächsten Tage der Wind nach Süden ohnehin nicht passt für uns und uns diese kleine Küstenstadt auf Anhieb sehr sympathisch ist, verlegen wir uns für ein paar Tage in die Marina. 

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Coffs Harbor gehört bereits zu New South Wales. Das ist jetzt der 2. Bundesstaat, den wir in Australien besuchen. Umgeben von schönen Bergen liegt Coffs Harbour an traumhaften langen Sandstränden. Wild tobt der Ozean davor. Surfer kommen hier voll auf ihre Kosten. 

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Unmittelbar neben der Marina gibt es einen kleinen Hügel, der ein Naturreservat für Vögel ist und von dem man einen herrlichen Blick auf den Ozean und auch ins Landesinnere hat. 

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Wir machen täglich lange Spaziergänge und genießen diesen kleinen Ort mit den vielen Touristen sehr. 

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Am Sonntag gibt es hier einen Bauernmarkt und der ist eigentlich wie überall auf der Welt, vor allem sehr touristisch. Life Musik, viele Souvenirs und Sachen, die kein Mensch wirklich braucht, werden ebenso angeboten, wie frisches Brot vom Bäcker und lokales Obst und Gemüse in bester Qualität, allerdings zu sehr gesalzenen Preisen. 

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Noch vor dem Frühstück sind wir dort, kommen mit prallgefüllten Taschen wieder zurück und gönnen uns ein hervorragendes, spätes Frühstück im Cockpit. Man kann sagen was man will, die organischen Produkte vom lokalen Bauern schmecken einfach besser, als die Waren vom Supermarkt. Punkt. 

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Ach ja: Coffs Harbour ist Mittelpunkt einer gedeihenden Bananenindustrie, habe ich gelesen. Trotzdem kostet das Kilo ab 2,50 Euro und die organischen erhält man nicht unter 3,60 Euro. Schon ganz schön heftig für ordinäre Bananen, die noch dazu direkt vor der Haustüre wachsen, oder liege ich da falsch?

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Das Breakwater an der Einfahrt zum Hafen. 

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Wir sind bereits einige Male ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass man in Australien sehr vorsichtig sein muss, wenn man sich im Freien bewegt. Nicht ins Gras ohne Decke setzen, nicht schwimmen, wenn es der Beach nicht ausdrücklich freigegeben wird etc. Von giftigen Spinnen, tödlichen Quallen, angriffslustigen Haien und aggressiven Salzwasserkrokodilen war da die Rede. 

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Letztere gibt es hier in dieser Gegend sicher nicht, das wissen wir. Aber wir wundern uns dennoch, dass so viele Menschen hier furchtlos ins Wasser gehen. Offensichtlich ist es nicht gefährlich, aber ich frage mich immer, wieso wissen die Quallen und Haie, dass das hier ein Tabuort für sie ist???

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Wie auch immer, uns reizt es noch nicht wirklich baden zu gehen, obwohl es sehr heiss ist. Wir bevorzugen sehr lange Spaziergänge und setzen uns dann in einen Biergarten, genießen ein wohlverdientes kühles Blondes und lassen die traumhafte Umgebung auf uns einwirken.  

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Schön ist es hier in Down Under! 

Australien / Queensland

05. Jänner 2019

Prosit 2019

Von Newport nach Southport

Zuallererst möchten wir allen unseren Lesern ein glückliches und vor allem gesundes Neues Jahr wünschen! 

Hoffen wir, dass es harmonisch und friedvoll sein wird, dass es weniger Streit, Zank, Neid und Hass auf dieser Erde geben wird in 2019.

Diese Jahreszeit fordert immer wieder auf, geistig inne zu halten,  zu reflektieren und sich neu zu orientieren. In diesem Sinne, würde ich mir wünschen, dass wir alle mit Klugheit und Weitsicht entscheiden, wie wir im kommenden Jahr miteinander umgehen wollen und vor allem auch, in welcher Welt wir und unsere Kinder in Zukunft leben wollen. 

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Wir haben die Newport Marina am 1. Jänner verlassen. Die sechs Wochen, die wir dort sehr intensiv mit unseren Freunden Margarete und Peter verbracht haben, waren sehr bereichernd und haben uns sehr viel Freude bereitet. Daher fiel der Abschied, wie immer, mit einem weinenden und einem lachenden Auge aus. 

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Wir sind halt Zigeuner der Meere und können nirgendwo zu lange bleiben  - das Meer und der Horizont ziehen uns magisch an und Cayenne war auch nicht mehr zu halten und wollte unbedingt aus ihrer Box raus. 

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Die Reise nach Sydney führt uns zuerst durch die südliche Moreton Bay. Ein Gebiet mit weit verzweigten Wasserwegen, wo man sich problemlos wochenlang aufhalten könnte und doch immer wieder Neues erleben kann. Es gibt überall sichere Ankerplätze, eine sehr gute Infrastruktur und ist ein Paradies für alle Wassersportfreunde. 

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Navigatorisch ist es nicht ganz anspruchslos aufgrund der zahlreichen Sandbänke. Außerdem gibt es einige Hochspannungsleitungen und die Masthöhe sollte 20 m auf keinen Fall übersteigen! Es herrscht reger Verkehr und die, stellenweise, starken Strömungen mahnen zur Vorsicht!

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70 Seemeilen südlich von Newport verändert sich das Landschaftsbild noch einmal. Die Skyline von Southport, der Name rührt daher, weil die Stadt den südlichsten Hafen der Kolonie Queensland besaß, beeindruckt mit ihren Wolkenkratzern. 

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Wir finden einen sehr guten Ankerplatz unmittelbar neben dem Sea World Nara Resort. Das Gebiet ist ein sehr beliebter Urlaubsort. Dutzende Boote liegen hier vor Anker und hunderte Menschen tummeln sich am weißen Sandstrand. 

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Es hat 34 Grad Celsius und das Wasser so um die 24 Grad. Mir fällt auf, dass die Urlauber - ausnahmslos alle - nur direkt an der Küste ins Wasser gehen. Ich habe in den letzten 3 Tagen keinen einzigen Schwimmer gesehen, der sich etwas weiter hinaus gewagt hätte. Warum wohl? Ist es die Angst vor Haien, giftigen Quallen oder ist es das doch sehr rüpelhafte Verhalten der Jetskifahrer?

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Silvia und Benu haben Silvester in Sydney verbracht und sind mit einem Auto wieder auf dem Weg zur Quo Vadis, die in Scarborough eingeparkt ist. Wir verabreden uns mit den beiden und ich hole sie mit dem Dingi an der Bootsrampe ab. Unser Beibootmotor hängt noch an der Reeling und so muss ich an Land rudern. Ich bin kein Profi und die Strömungen sind auch nicht ohne, aber es ist nicht all zu weit und so schaffe ich es ohne Schwierigkeiten. 

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Der charmante Benu lässt es sich natürlich nicht nehmen und spielt den Gondoliere auf dem Rückweg ;-)

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Ja, das gefällt auch seiner Silvia!

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Wieder verbringen wir einen sehr schönen Tag mit unseren lieben Freunden und lachen und quatschen (und trinken!) bis spät in die Nacht. 

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Wir werden jetzt noch ein paar Tage hier bleiben, bis sich ein günstiges Wetterfenster auftut, mit dem wir dann unseren Weg nach Süden fortzusetzen werden!

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Ach ja - fast hätte ich es vergessen: wunderschöne Pelikane gibt es hier wieder! 

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