Neuseeland - Whangarei Town Basin Marina

18. Mai 2017

„Native welcome swallows" helfen beim Kranen…

Gestern tuckern wir durch den Kanal in Richtung Werft. Der Kiwi, der für uns die Te Matau a Pohe Brücke öffnet, bittet uns via Funk etwas Gas zu geben, da ja die Autos warten müssen, bis wir durch sind. Das ist leichter gesagt als getan - Hannes erhöht die Drehzahl, aber es tut sich nichts. Wir haben offensichtlich gewaltigen Bewuchs an der Schraube!

Die Nacht verbringen wir dann am Courtesy Dock der Port Whangarei Werft. Frühmorgens beginnt es zu blasen und wir werden vom Zittern des Riggs geweckt. Mir gefällt das gar nicht, aber ich kann es ja eh nicht ändern. Beim Ablegen entdecke ich diese süsse Schwalbe, die sich an der Leeseite auf unseren Leinen vorm heftigen Wind versteckt.

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Sie sollte uns offensichtlich Glück bringen, denn gerade als wir ablegen, hört es genau so lange auf zu blasen, bis wir sicher in den Leinen des 100 Tonnen Kran hängen.

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Das Unterwasserschiff hat wirklich einige Seepocken aufzuweisen, die Arbeiter von der Werft erzählten uns, dass heuer diese Plage im Town Basin ganz extrem gewesen sei. Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. 

Auch die Schraube war natürlich, wie vermutet,  voll mit diesen Dingern...

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Mit einem 350 bar Hochdruckreiniger wurde unser Schiff dann 2 Stunden lang attackiert und von ihrem Bewuchs befreit. 

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Nun steht sie hoch und trocken hinter dem Werftgebäude und wir werden mit den notwendigen Arbeiten beginnen.

16. Mai 2017

Wissenswertes über „KIWIS“...

Am Anfang war der Vogel….

vielleicht sollte man auch gleich damit beginnen:

Neuseelands Wappentier lebte schon hier, da gab es noch nicht einmal Menschen auf dieser entlegenen Insel. Es hatte keine natürlichen Feinde und konnte sich ungehindert entwickeln ohne irgendwelche Schutzmassnahmen gegen Angreifer bilden zu müssen. Den Grossteil des Tages verschliefen sie ohnehin und nur zwischendurch stocherten sie mit ihren langen Schnäbeln im Boden nach Essbarem herum. 

Dann kamen die ersten Ureinwohner aus der polynesischen See mit ihren Kanus an und tauften das Land Aotearoa und gaben natürlich auch dem Schnepfenstrauss einen adäquaten Namen - nämlich Kiwi. 

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Und obwohl diese Tiere in der Maori-Mythologie unter dem Schutz der Göttin Haere-awa-awa standen, wurden sie auch vom Menschen gejagt. Es war ein ritueller Akt bei den Maoris und nur sorgfältig ausgewählte Truppen durften daran teilnehmen, der Name des Tieres war dabei „tabu“. Die dicke Haut und das Gefieder wurde für Umhänge verwendet und  sogar nach England und Deutschland exportiert. 

Als die europäischen Siedler dann ihre Katzen, Hunde und Ratten mitbrachten, stand es schlecht um den netten kleinen Vogel, der da auf einmal schutzlos diesen Räubern ausgeliefert war. Mehr als 40 Vogelarten starben gleich einmal aus ….

Heute bedrohen Ratten, Opossums und Hermeline die neuseeländische Vogelwelt (und natürlich auch den Kiwi) so massiv, dass die Regierung einen Kahlschlag plant. Bis 2050 sollen alle diese Raubtiere in Neuseeland ausgerottet sein. Es werden neue Fallen und genetische Waffen entwickelt und wir konnten bei unseren Wanderungen durch die Wälder Neuseelands schon sehr oft diese Fallen sehen, die von freiwilligen Fallenstellern kontrolliert werden. 

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Mal sehen, wie sich das Projekt weiterentwickelt, das auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt wird. Bis jetzt hat die Regierung „lediglich“ einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt. 

Der Kiwi steht auf jeden Fall seit 1953 unter strengstem Naturschutz und scheint nun mit Hilfe der Menschen nicht nur den Einbruch der Zivilisation sondern auch das 21. Jahrhundert zu überstehen.

Zum Wahrzeichen wird der Kiwi dann im 19. Jahrhundert auf militärischen Symbolen und Regimentsabzeichen aufgedruckt und weil auf der Schuhcreme der neuseeländischen Soldaten „Kiwi" stand und der kleine markante Vogel dort aufgedruckt war, wurden die Inselbewohner nach dem ersten Weltkrieg fortan „Kiwis“ genannt. 

Wodurch man einen echten Kiwi erkennt?

Also - Pakeha (die mit der weißen Haut - in der Maori-Sprache genannt) sprechen vor allem ein ganz eigenartiges Englisch:

„Gadday" - heisst soviel wie Good Day 

"Sih ya“  - "see you" und „hau aaa ya“ soviel wie „how are you

und „fish & chips“ heissen hier „fush & chups

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Kiwis lieben es alles selbst zu machen, ob Autoreparaturen, Hausbauen oder am Boot basteln - do it yourself ist ihr Motto. Sie reisen gerne, lieben ihr Land und loben es über alles und sie witzeln extrem gerne über die Aussies, wie wir Steirer eben über die Kärntner. Sie gehen ausserdem sehr gerne barfuss - selbst noch bei 11 Grad Morgentemperatur!

Womit wir auch schon beim nächsten Kiwi - Begriff angekommen sind. 

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Wusstet ihr eigentlich, dass die Kiwi-Frucht keineswegs endemisch in Neuseeland ist, sondern, dass sie erst 1906 aus China eingeführt wurde? Die „chinesische Stachelbeere“ wurde vom Züchter Hayward Wright von einer harten und kleinen Beere dann zu einer köstlichen und sehr gesunden Frucht „verwandelt“ und auch so vermarktet. Nun suchte man nach einem werbewirksamen Namen, für das Produkt, dass Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals nach England und später in die ganze Welt exportiert werden sollte. Es fiel den „Kiwis“ nur Kiwi ein - und dabei blieb es...

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Dann gibt es natürlich noch den Kiwi-Dollar! Auf der 1 NZ-Dollar Münze ist natürlich der Kiwi-Vogel abgebildet und auf der anderen Seite Queen Elisabeth II.  Auch auf den andern Münzen und Papierscheinen sind auf einer Seite Berühmtheiten wie Sir Edmund Hillary oder Kate Sheppard  und auf der anderen Seite Vögel abgebildt: der Hoiho (Pinguin), die Whio (Saumschnabelente) oder der Karearea (Falke)

Der mittlerweile leider verstorbene Forscher Paul Callaghan erklärte einmal in einer seiner leidenschaftlichen Reden was das Nationalerbe angehe, so habe England Stonehenge, China die chinesische Mauer, Frankreich die Höhlenmalereien von Lascaux und was Neuseeland eben einzigartig machen würde, das wäre seine Vogelwelt! Weiters meinte er, dass die Rettung der Vögel das Apollo-Programm Neuseelands werden könnte…. das war im Jahr 2011 - das war ein weiser, vorausblickender Mann, dieser Callaghan...

11. Mai 2017

Das Land der Reparaturen…...

Wir liegen seit einigen Tagen in der Marina am Steg, um unsere Cayenne  auf die lange Zeit an Land vorzubereiten. Das Unterwasser ist bestimmt voll mit Bewuchs, denn obwohl wir Vollgas gaben, tuckerten wir mit nur 2 Knoten zum Anlegesteg!

Die Genua musste zum Segelmacher gebracht werden. Interessanterweise ist das Vorsegel unser jüngstes, erst in San Francisco haben wir es neu gekauft und wir mussten bereits in Raiatea den Sonnenschutz neu nähen lassen. Der französische Segelmacher hat uns dann darauf aufmerksam gemacht, dass das gesamte Segel spätestens in NZ neu nachgenäht werden sollte! All die anderen Segel, die wir bei Doyle in Grenada Jahre zuvor gekauft hatten, sind alle noch in Ordnung. Offensichtlich hatte UK-Sails einen minderwertigen, nicht UV  beständigen Faden verwendet. Gut - im Pazifik-North-West ist das wahrscheinlich auch nicht weiter tragisch, aber es soll ja auch Segler geben, die etwas weiter, als bis vor die „Haustür“ segeln ….

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Wir entdeckten bei diversen Wartungsarbeiten am Mast auch, dass die Getriebe für die Rollsegel ausgedient hatten. Hannes hat sie zwar zerlegt und wollte sie reinigen, aber je tiefer er in die Materie vordrang, desto ersichtlicher wurde, dass neue hermussten. Wir konnten unser Glück kaum fassen, dass wir innerhalb von 3 Tagen 2 neue Getriebe an Bord hatten. Waren in Auckland und Whangarei zu bekommen! Problem gelöst.

Hannes machte sich dann an Arbeiten im Motorraum. Diverse Filter wurden ausgetauscht, Öl gewechselt und dann, als wir den Motor starten wollten, sprang dieser auf einmal nicht mehr an!

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Mein Kapitän baut den Starter aus und will ihn reinigen. Als er ihn so vor sich liegen hat, überlegt er es sich aber anders und bringt das Teil zu Fachmännern. Recht bald bekamen wir einen Anruf mit der Mitteilung: Cannot be repaired - the housing broke!

Wir fanden dieses gebrochenen Teil dann tatsächlich noch im Motorraum. Temporär wurde der Starter repariert (geschweißt und gereinigt) , damit wir in einigen Tagen wenigstens zur Werft zum Haulout fahren können. Der neue Starter sollte  Ende des Monats aus Übersee kommen. 

Klingt ja jetzt eigentlich gut, nur quält uns die Frage, WARUM ist dieses Teil gebrochen? Darauf haben wir noch keine Antwort,  sind aber fleissig am Recherchieren 

Wir sind zwar nicht glücklich darüber, dass wir heuer erstmals mehrere Reparaturarbeiten an Bord haben, aber wir sind zumindest sehr froh, dass  wir die hier in Neuseeland haben und nicht irgendwo in einer entlegenen Südseeinsel. Quasi vor der Haustür gibt es fast alles, was wir brauchen - und haben es die Geschäfte hier nicht, dann wird es unkompliziert und zollfrei aus den USA oder Europa eingeflogen. 

04. Mai 2017

Eine Farewellparty, die Maoris und Donna…

Die Marina lädt  zu einer Abschiedsparty ein. Wohl an die 100 Segler versammeln sich im Veranstaltungssaal. Vertreter von Fiji sind anwesend und verteilen verlockende Broschüren, die den Inselstaat im Südpazifik wohl von seiner schönsten Seite zeigt und erwähnen so nebenbei, dass die Wassertemperatur dort gerade 30 Grad beträgt. Diese Meldung wird von den meisten Gästen mit einem entzückten „Ohhhh“ kommentiert - sind wir in Whangarei in den letzten Tagen gerade dabei, uns an die morgendlichen 7 Grad Celsius anzupassen.  

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Eine Dame des Gemeindeamtes hält eine Ansprache, bedankt sich mit einem Schmunzeln für den Besuch der Segelgemeinschaft und vor allem für die vielen Dollars, die man hier ausgibt. Geschenke werden verlost, größere Geldbeträge an die Coastguard übergeben, Dankesreden folgen und dann gibt es ein reichhaltiges Büffet mit traditionellen Gerichten. 

Als besondere Überraschung tritt dann eine Gruppe Maoris auf. Es ist eine Großfamilie, die hier ihre Kultur vorstellt. Man tanzt, singt und erklärt verschiedene Begriffe und Riten. Vor allem der weltbekannte HAKA-Tanz fasziniert uns alle.  

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Mit weit aufgerissenen Augen, herausgestreckter Zunge und lautem Brüllen werden eindrucksvolle Posen eingenommen. Eigentlich sieht das ziemlich furchterregend aus und ich kann mir vorstellen, dass die Maori damit die ersten Europäer wie Abel Tasman oder James Cook ziemlich eingeschüchtert haben, was wohl auch die Absicht dahinter war.

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Es gibt aber auch eine ganz sympathische Art der Begrüssung - und das ist der oder das (?) HONGI. Man reicht sich die Hand und gibt sich einen Nasenkuss - reibt die Nasen aneinander. 

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Sehr viele unserer Segelfreunde wollten in den kommenden Tagen eigentlich Neuseeland verlassen. Doch da liegt was in der Luft - und dieses Ding hat auch bereits einen Namen. Nördlich von Vanuatu hat sich wieder ein Zyklon der Kategorie II entwickelt und das, obwohl die Zyklonsaison offiziell mit 30. April beendet sein sollte. 

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Obwohl die genaue Zugbahn dieses Tropensturms noch nicht feststeht, bereitet man sich hier in Neuseeland bereits darauf vor, dass man in der nächsten Woche wieder mit heftigsten Regenfällen konfrontiert wird. 

Für die Segler, die bereits alle ihre Vorbereitungen getroffen haben und fertig für die Abreise nach Fiji, Neu Kaledonien oder Vanuatu waren, bedeutet das wieder - warten, warten, warten….

29. April 2017

Leinen los - wir segeln um die Welt! 

Ein Rückblick : 10 Jahre unterwegs ….

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Dieses Bild wurde am Hafen in Porec / Kroatien aufgenommen. Wir hatten damals eine riesige Abschiedsparty organisiert. 3 Tage lang wurde gefeiert, ein ganzes Spanferkel verspeist, philosophiert, diskutiert, viel gelacht und noch mehr getrunken. Das war im Kreis unserer damaligen engeren Freunde, die zum Großteil am eigenen Kiel angereist waren, um uns Mast- und Schotbruch zu wünschen, am Steg zu stehen und uns mit großem Tamtam zu verabschieden - bevor es für uns hieß: Leinen los - wir segeln um die Welt! (Leider sind nicht alle am Abschiedsfoto - einige sind schon verfrüht abgereist.)

Schön war es damals am 29. April 2007!

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Seit 10 Jahren also bereisen wir nun mit Cayenne die Welt. Wir sind noch lange nicht rundherum - nein - sind grade mal auf der anderen Seite des Erdballs angekommen. Haben quasi Halbzeit, wenn man das geographisch sieht

In den letzten Jahren haben wir  aber die Art unseres Reisens etwas abgeändert. Sind wir in den ersten Jahren fast ausschließlich an den Küsten und auf den Inseln in der Nähe unseres Bootes gewesen, so sind nun vermehrt ausgedehnte Landreisen dazugekommen Wir haben einfach bemerkt, dass es uns hin und wieder sehr gut tut, eine Pause vom Segeln zu haben und, dass die Welt auf der anderen Seite des Wassers auch ihre Reize hat.  Es gibt eben nicht nur schwarz oder weiss für uns.

Und trotzdem zieht es uns immer wieder zurück auf die See - zu unserem Schiff, das inzwischen unser Heim geworden ist, das uns so lieb und teuer geworden ist, dass wir es (zumindest im Moment) mit keinem Schloss auf irdischem Boden tauschen möchten. 

Wir haben unseren Rhythmus gefunden - sind im Gleichklang und es fühlt sich auf einmal alles richtig an. Das Segeln, das Landreisen, die Besuche bei der Familie und den Freunden in Österreich. Das Abschiednehmen, die neuen Begegnungen und wieder die langen Strecken in vertrauter, einsamer Zweisamkeit am Boot und auf See. Wie fortgeblasen sind die anfänglichen Zweifel, die Ängste, die Unsicherheiten, die uns zu Beginn unserer Reise geplagt haben. 

Es war uns immer schon bewusst, dass wir privilegiert sind, dieses Leben führen zu dürfen. Wir sind sehr dankbar und schätzen dieses enorme Glück in Frieden ungestört leben zu können, gesund zu sein, eine Handvoll guter Freunde und eine liebe Familie zu haben, auf die man zählen kann und vor allem und nicht zuletzt, sind wir dankbar den geliebten Partner an der Seite zu haben. 

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In diesem Sinne kann es weiter gehen; die Welt hat noch so viel zu bieten und wir wollen aus dem Vollen schöpfen! Auf in die nächste Dekade - was auch immer sie bringen möge - wir nehmen dankbar an!

17. April 2017

In den Klauen von Cook!

Am Donnerstag vor einer Woche verabschiedeten wir unsere Deutschen Freunde Hanne und Kalle in Opua. Wir besprachen noch die etwas heikle Wettersituation. Sturmsysteme über Neukaledonien und Australien und dass dies nochmal kritisch werden könnte, da die Wirbelsturmsaison  ja noch nicht vorbei sei. Aber die beiden hatten bereits im September Termine in Indien und die Zeit wurde knapp. Letzte  Einkäufe wurden getätigt und der Dieselvorrat aufgefült und dann sahen wir die Silbermöwe den Hafen verlassen….

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2 Tage später hatte sich der Sturm zu einem Zyklon der Kategorie II entwickelt und lag genau auf der Route der Silbermöwe. Spitzengeschwindigkeiten von 100 Knoten wurden vorhergesagt. Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt die beiden zu informieren. Letztendlich setzten wir eine Textmessage an das Satellitentelefon ab und schickten dem Sohn eine E-Mail, in der wir auf die äußerst gefährliche Situation hinwiesen und dringend empfahlen umzukehren. Es folgten bange Stunden und Tage des Wartens. 

Am Gründonnerstag wurden wir informiert, dass sich unsere Befürchtungen bewahrheitet hatten. Die Silbermöwe ist durchgekentert, hat Mast- und Aufbauten verloren, 1 Luke im Salon wurde schwer beschädigt, die Crew kam mit leichten Blessuren davon. Das Schiff nahm zu dieser Zeit kein Wasser auf, Motor funktionierte und die beiden versuchten unter Maschine nun Neukaledonien zu erreichen. 

Gestern kam dann der erlösende, heiß ersehnte Anruf: Die Silbermöwe mit Crew ist sicher in Neukaledonien angekommen. Kalle und Hanne sind absolut positive Menschen und haben sich anscheinend schon wieder vom Schock erholt. Sie klangen beide sehr gefasst und Kalle erwähnte lachend, dass er jetzt, nach seiner „Eskimorolle“, vorübergehend halt ein Motorboot besitze. 

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Ende gut - fast alles gut. Wir sind nur heilfroh zu hören, dass die beiden  diese Naturkatastrophe überlebt haben. 

In Neuseeland wurde Cook als der schlimmste Zyklon seit 1968 prognostiziert, Schulen wurden geschlossen und die Medien warnten vor Überflutungen, Stromausfällen etc. Es kam dann zum Glück nicht ganz so dick. Der Zyklon machte südlich von Whangarei Landfall - in der Bay of Plenty. Bei uns gab es „nur" tonnenweise Regen, fast keinen Wind. Südlich von hier sorgte der Sturm, der mit 150 Stundenkilometer über das Land raste, natürlich für Überschwemmungen, Überflutungen und Chaos, Menschenleben forderte er zum Glück aber nicht. 

14. April 2017

Ein Back up für ruhige Nächte….

Das schwierigste Projekt unserer „to do list“ hier in Neuseeland wurde mehr oder weniger abgeschlossen. Der hydraulische Antrieb ist montiert, die Änderungen an der bestehenden Anlage vorgenommen - und ausschauen tut das so: 

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Hannes hat von Beginn an sehr viel Zeit in die Planung investiert und dieses Mal nichts dem Zufall überlassen. Zum Glück ist unser Freund Wolfgang in der Nähe, seines Zeichens Statiker, der exakt berechnete, wie stark die Fundamente angefertigt sein müssen, um die entstehenden Kräfte aufnehmen zu können. 

Natürlich wurde alles noch um eine Stufe stärker gebaut. 

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Die Hydraulikpumpe wurde in der Backkiste montiert, die Schläuche unsichtbar verlegt, das System mit Öl gefüllt und entlüftet. 

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Soweit so gut. Es fehlen jetzt noch die Feinjustierung und eine Probefahrt. 

Wir hoffen, dass wir nun in Zukunft mit 2 Autopiloten „ungestörte Nächte“ auf hoher See verbringen werden ;-) 

08. April 2017

Eine nachhaltige Jubiläumsfeier und der Beginn des „Dolce Vita“!

Eine herrliche Abwechslung wartet auf uns. Segler haben nicht immer nur viel Arbeit auf ihren Booten, sondern hin und wieder auch mal einen schönen runden Geburtstag zu feiern. Der Jubilar hatte dann auch noch das Glück eine besonders liebevolle und aufmerksame Frau an seiner Seite zu haben, die für ihn eine riesige Überraschungsparty organisierte. Und wir hatten das Glück und die besondere Ehre zu den Gratulanten zählen zu dürfen.

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Die Quo Vadis liegt im Hafen von Opua - und Benu  war tatsächlich sehr überrascht uns zu sehen….

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Ein illustrer Kreis an Gästen hatte sich am Nachmittag auf der Quo Vadis im Cockpit angesammelt - Schweizer, Deutsche, Österreicher und zum Glück sorgte Patricia aus Florida dafür, dass sich auch wirklich alle in einer Sprache unterhielten, die auch jeder verstand - in Englisch eben ;-) 

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Silvia hatte großartig organisiert und an alles gedacht: Nach einem Aperitif mit einigen Flaschen Sekt auf der Quo Vadis wurden wir von einem Shuttle nach Paihia in ein schickes Abendlokal zu einem exzellenten Dinner kutschiert.  Selbstverständlich gab es auch noch eine Geburtstagstorte mit reichlich Kalorien und Kerzen. Hannes und ich haben mit einem riesigen Stück dieser leckeren Schokoladentorte, zwar eine Woche früher als geplant, aber nur allzu gerne nun offiziell unsere Zeit der „Zuckerabstinenz“ beendet.   

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Als wir am nächsten Morgen die kulinarischen Sünden der vergangenen langen Nacht in jeder Pore spürten, war uns klar: Wir haben gefeiert, wie es sich für so einen Anlass gehört! Alles Gute, viel Gesundheit und weiterhin so viel Lebensfreude unserem Benu und ein herzliches Dankeschön an seine reizende Silvia für diese so gelungene und nachhaltige Feier ;-)

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02. April 2017

Die Arbeitsmoral hält an

Emsig wird an allen Booten gearbeitet. Ostern steht vor der Tür und das Ende der Hurrikansaison naht. Viele Segler machen sich bereit für die neue Segelsaison und die Überfahrten nach Fiji oder Tonga. 

Auch wir lassen uns von dieser Arbeitsmoral anstecken - wollen wir doch so viel wie möglich erledigen, bevor wir Cayenne für den neuseeländischen Winter an Land stellen werden. 

Das laufende Projekt in unserem Schlafzimmer nimmt Formen an. Die Halterung für den Autopilotantrieb ist fertig und wurde bereits montiert. 

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Vor geraumer Zeit haben wir festgestellt, dass sich der Gasfernschalter für unseren Ofen nicht abstellen lässt. Gas ist ein gefährlicher Brennstoff, der mit größter Vorsicht behandelt werden sollte und so macht sich Hannes nun daran, einen neuen Schalter zu montieren. Hierfür müssen 15 Meter Kabel erst einmal durch das Schiff geleitet werden,  denn unsere Gasflaschen sind ja in der hinteren Backskiste, in einer zum Schiff abgedichteten Box, gelagert. 

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Dort wird dann der Magnetschalter montiert, die Gasschläuche erneuert und die Kabel angeschlossen. In der Pantry muss noch ein Loch für einen neuen Schalter gebohrt werden! 

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Aber noch am selben Abend hab ich mein Reich und einen neuen, funktionierenden Schalter wieder für mich alleine!

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Aber auch ich war diese Woche nicht untätig! Unsere Segelfreundin Ilse hat eine ganz tolle Nähmaschine an Bord, die sie mir für einige Tage borgt. So kann ich die zerfledderten Flaggen und all unsere Vorhänge neu nähen.  Der Blickschutz (2. Lage der Vorhänge) hat in den letzten Jahren ziemlich unter der kräftigen Sonneneinwirkung gelitten und ist porös geworden. Zum Glück gibt es hier in Whangarei den Laden: „Arthurs Emporio“, wo ich endlich den passenden UV-Schutz bekam.

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28. März 2017

Ein aufregendes Projekt in unserem Schlafzimmer - während draussen der Herbst seine ersten Runden dreht!

Seit über einer Woche sind wir wieder auf unserer Cayenne und Hannes hat mit dem Projekt „Autopilot“ begonnen. Just einen Tag nach unserer Ankunft in Whangarei ist nämlich auch der, im Dezember bestellte und bezahlte, hydraulische Antrieb aus Deutschland in der Marina eingetroffen!

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Warum wir einen neuen hydraulischen Antrieb haben wollen? Wer unsere Reise im Logbuch mitverfolgt hat, wird sich vielleicht erinnern, dass wir auf der Überfahrt von Mexiko zu den Marquesas und von Tonga nach Neuseeland Probleme mit unserem mechanischen Antrieb hatten. Zum Glück hatten wir bereits einen mechanischen Ersatzantrieb, den wir vor -zig Jahren in Florida neu kauften, aber auch dieser scheint zu schwächeln. Das kann sehr unangenehm werden auf längeren Passagen, denn der Autopilot fällt ja meist aus, wenn es richtig schweres Wetter gibt und vorrangig zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens. Dann muss einer (in dem Fall ich) raus und mit der Hand steuern, während sich der andere (in dem Fall Hannes) um die Reparatur (falls überhaupt möglich) kümmern kann.

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Die neue Einheit wird in der Achterkabine unter unseren Betten direkt mit dem Ruderquadranten verbunden. Hierfür muss eine äußerst stabile Vorrichtung für die Aufnahme der Kräfte (max. 700 kg) geschaffen werden.

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Die Einzelteile der späteren Halterungen bestehen aus Edelstahl und wurden speziell angefertigt. Es muss exakt gemessen werden!

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Wir werden über den Fortschritt berichten:

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Und dann werden auch noch Löcher gebohrt!!! Ich bin bei dieser Arbeit relativ unbrauchbar und um meine Nerven zu beruhigen verschanze ich mich in die Pantry! Hannes hat einen weit brauchbareren Zeitgenossen gefunden, der ihm zur Seite steht - und ich mache mir Gedanken, wie ich die beiden Männer mittags kulinarisch beglücken kann. Und da fällt mir einiges ein: 

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Einige neue Rezepte gibt es in unserer Rubrik: Bordküche ….

Und der Herbst scheint einzukehren auf der Insel. Fotos heute morgen von Cayenne aus gemacht:

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Nebel….

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